Wie unterscheidet sich APL von anderen Astrologie-Richtungen?

Ähnlichkeiten und Unterschiede der AstroPolarity-Lehre (APL) zu anderen astrologischen Formen und Methoden

Die hier gewählten Worte von Peter-Johannes Hensel bzgl. anderer astrologischer Schulrichtungen sind absichtlich sehr deutlich, um eben die Ähnlichkeiten und Unterschiede zu APL auch wirklich deutlich machen zu können. Sie mögen insofern nicht immer tolerant erscheinen, die Deutlichkeit ist jedoch nötiges Mittel zum Zweck.

1) Klassische Astrologie

2) Psychologische Medizin

3) AstroMedizin

4) Münchener Rhythmenlehre

5) Bruno & Louise Huber

6) Liz Greene

7) Glan´sche Astrologie

8) Walendy´sche Astrologie

9) Ebertin/Aalener Schule

10) Karmische Astrologie

11) Hamburger Schule

12) Astroenergetik

13) Astroskriptanalyse

14) Systemische Astrologie

15) merkmalsorientierte Astrologie

16) Transpersonale Astrologie


1) APL im Vergleich zur Klassischen Astrologie (KA):

 

  • In fast allen Bereichen der grundsätzlichen Heransgehensweise an ein Geburtsbild ergeben sich große Unterscheidbarkeiten beziehungsweise Unvereinbarkeiten der KA zu APL - die sogenannte “Revidierte Klassik” (Thomas Ring etc.) eingeschlossen. Diese offenbaren sich vor allem in der thematischen Aussagetiefe, der thematischen Aussagebreite, den Ausdeutungsmöglichkeiten zentraler Aussageinhalte an sich sowie der Sichtweise des formellen Zustandekommens von Konstellationsbildern (was entscheidenden Einfluß auf die Aussagengrundlage selbst hat).
     
  • Die gesamte KA ist grundsätzlich stark formal ausgerichtet, APL dagegen ist inhaltlich ausgerichtet. Daher gibt es in der KA vergleichsweise eine Unmenge an “Technik- und Berechnungszwängen”. Diese sind keineswegs ein mit jahrhundertelanger Tradition begründbarer Gewinn, sondern erschweren aus Sicht von APL den Blick auf das Zentrale und Wesentliche des Menschen enorm beziehungsweise machen ihn aufgrund einer grundsätzlich angenommenen “Ausrechenbarkeit von Aussagen” oft gar nicht mehr möglich. Viele der in der KA auch heute noch verwendeten Techniken und die daraus resultierenden Aussagen sind in weiten Teilen schlicht als fortgeschrittener astrologischer Aberglaube anzusehen, dem - wie in solchen Fällen immer - jeglicher Bezug zu Realität und Wirklichkeit verloren gegangen ist.
     
  • Eine zentrale und in der täglichen Praxis auch umgesetzte Sicht innerhalb APL ist, ohne Technik und damit auch zum Beispiel ohne jegliche Vorbereitung (Betrachtung von Geburtsbildern vor Beratungen und so weiter ...) an die Arbeit zu gehen. Dies ist aufgrund des zuvor Gesagten innerhalb der KA nicht möglich, wobei dies eigentlich auch für die meisten anderen astrologischen Schulrichtungen gilt, nur dort i.d.R. in Unterscheidung zu APL nicht so deutlich auffällt.
     
  • Die formalen Zwänge der KA lassen oft die wesentliche Kernaussagen hinter vergleichsweise unwichtigen Bemerkungen verschwinden. So werden (oft sicherlich unbeabsichtigt) formale “Richtigkeiten” über inhaltliche Wahrheiten gestellt und damit die Möglichkeiten im Vergleich zu moderner Astrologie nur sehr ungenügend ausgeschöpft.
     
  • Ebenso unterscheidet sich die KA gegenüber APL in den angewandten prognostischen Methoden. Innerhalb APL wird nicht mit Solaren, Progressionen, Direktionen oder ähnliches gearbeitet, da diese eine nachweisbar erheblich geringe zeitliche Genauigkeit und daher Aussagekraft gegenüber zum Beispiel dem Pyramidenrhythmischen Prognosesystem von APL (siehe dort) haben.
     

 

  • Weiterhin wird den Aspekten (Winkelverbindungen zwischen Planeten) in der KA eine andere Bedeutung beigemessen. Aspekte werden innerhalb APL im Rahmen der zentralen Deutungsstrategie von Ursache-Wirkung-Kontext (UWK, siehe dort) als “Bindeglieder zwischen Merkmalen auf der Auswirkungsebene des Lebens” angesehen und nicht als -wie in der KA- oft herausragende eigenständige Deutungsfaktoren. Viele klassisch arbeitende Astrologen/innen bauen die Deutung des Geburtsbildes primär auf dem Aspektgefüge auf, was aus Sicht von APL nur zu Aussagen über Wechselwirkungen von Erscheinungsformen (und damit nicht über die jeweiligen Erscheinungsformen an sich) führt. Tatsächliche Ursachen- und Lösungswegsebenen bleiben dadurch im Dunkel.
     
  • Auch wird der Eigenverantwortlichkeit des Individuums (in der Realität, seelisch, geistig-spirituell und schicksalhaft) innerhalb APL eine grundsätzlich weitaus grössere Bedeutung als in der KA beigemessen, die z.T. auch heute noch sehr fatalistisch und festlegend in der Einseitigkeit ihrer Aussagen geprägt ist. Zwar hat die KA aufgrund vor allem des wesenhaften Einflusses von W.Döbereiner/MRL (siehe unten) ab den 50iger Jahren eine latente, stille Wandlung innerhalb vieler ihrer Sichtweisen auf einzelne astrologische Merkmale (Zeichenqualitäten, Quadranten, Konstellationsbilder und so weiter ...) genommen, doch sind diese Innovationen selbst heute noch bei nur wenigen Vertretern der KA angekommen.
     
  • Zudem ist die gesamte APL-Deutungsstrategie/Philosophie (siehe unter anderem UWK) grundlegend anders aufgestellt. Die KA verfügt im Grunde eigentlich über keine wirklich eindeutig strukturierte Deutungsmethodik, es sei denn, dass man ein beliebiges, linear hintereinander aufgereites, reines Beschreiben von möglichst sämtlichen Merkmalen eines Geburtsbildes ohne Berücksichtigung deren “inneren Geordnetheiten” als Deutung bezeichnen möchte. Diese aus Sicht von beziehungsweise im Verhältnis zu APL oft einfach hilf- und wahllose Vorgehensweise (die so allerdings von den klassisch Arbeitenden nicht empfunden wird) ist leider heute noch auch in vielen anderen astrologischen Schulrichtungen weit verbreitet.
     
  • Gegenüber APL ist die KA kaum im Bereich der astrologischen Medizin etabliert beziehungsweise arbeitet dort mit vergleichsweise extrem vereinfachten, traditionellen Aussagen beziehungsweise Zuordnungen, welche sich heute aufgrund der raschen Entwicklung heilkundlicher, medizinischer, komplementärmedizinischer, psychosomatischer, tiefenpsychologischer und energiemedizinischer Erkenntnisse als zu oberflächlich und undifferenziert erweisen. Daher sind die astromedizinischen Aussagen der KA in der individuellen Beratungspraxis vor allem auch mit schwer Kranken aus Sicht von APL nicht nutzbar.
     
  • Würdigung: Die klassische Astrologie ist -bei aller Kritik, die man ihr heute in Bezug auf ihre z.T. veralteten Sichtweisen und Methoden angedeihen lassen muss- letztlich die “Mutter aller astrologischen Formen der Gegenwart”. Jede Weiterentwicklung fand und findet auf ihrer Grundlage statt. Insofern gebührt ihr Respekt und Dankbarkeit.
     

2) APL im Vergleich zur Psychologischen Astrologie (PA):

  • Gemeinsamkeiten ergeben sich in der grundsätzlichen Annahme der notwendigen Eigenverantwortlichkeit des Individuums bezüglich der Gestaltung seines Schicksals. Hierbei gehen wir auch bei APL davon aus, dass es ein persönliches Unbewusstes im und ein kollektives Unbewusstes für den Menschen gibt, welche ihn beide stark und nachhaltig prägen. Ähnlich der PA sehen wir innerhalb APL weitreichende Möglichkeiten, dem Menschen durch die Aufarbeitung unbewusster Inhalte zu mehr Lebensglück und Bewusstheit zu verhelfen - ganz im Sinne: Hilfe zur Selbsthilfe.
     
  • APL nutzt dazu ebenso (tiefen)psychologische Ansätze, jedoch im Unterschied zur PA nicht in einer vergleichsweise oft einseitig auf eine bestimmte psychologische Schulrichtung ausgerichteten Weise (wie zum Beispiel in der Huber-Methode (API) bezüglich Assagioli´s Psychosynthese). Auch nicht in einer an sich sehr ausschließlichen Form, wo man innerhalb der einzelnen Spielarten der PA oft das Gefühl hat, dass hier mehr Psychologie als Astrologie betrieben wird. APL nutzt die psychologisch gesicherten Erkenntnisse verschiedenster Richtungen im Sinne einer Verbundanwendung - je nach individueller Anforderung des Augenblicks.
     
  • In großen Teilen der Therapieszene und auch innerhalb der PA werden Lebensvorgänge teilweise überpsychologisiert, das heißt sie werden einseitig intellektualisiert und sublimiert. Dies hat zuweilen dann eine Art Verklärung, Verzerrung bis hin zur Unkenntlichmachung der Wirklichkeit(en) und eine Alternativlosigkeit bei der Bestimmung von Ursachen- und Lösungswegen zur Folge. Manche Menschen laufen dann nach entsprechender Therapie oder Beratung nur mit neuen, anderen inneren Verknüpfungsmodellen beziehungsweise Vorstellungen herum, die letztlich oft auch nicht wirklichkeitsnäher - sowohl der eigenen Person als auch der zu lösenden Problematik - sind als ihre bisherigen. Ein übermäßig psychologisiertes Welt- und Verhaltensbild muss nicht - aber kann - dazu führen, dass vor allem die Lösungsvorschläge (zum Beispiel in klassischen Bereichen wie Aggression) auf ein neu zu lernendes Verhalten- und Reaktionsmuster zielen, dass zwar als solches “entschärft”, “ruhiger”, “intelligenter” und “entwickelter” zu sein scheint, in Wirklichkeit oft aber das eigentliche, roh-primitive Grundproblem überhaupt nicht löst. Innerhalb APL versuchen wir diese Art “intellektualisierter Scheinlösungen”, die sich letztlich nur “besser denken und anfühlen” wenn nötig nach Möglichkeit zu vermeiden. Das ist zwar im Einzelfall oft “härter”, dann aber auch i.d.R. realitäts- und wirklichkeitsnäher und auf Dauer hilfreicher.
     

 

  • In diesem Zusammenhang ist auch wichtig zu erwähnen, dass ein zentral wesentliches Postulat der PA lautet: der Mensch könne sich über Bewusstmachung seiner vor allem unbewussten Kräfte “vom Zwang des Schicksals befreien” und bräuchte derart der “Macht des Schicksals nicht mehr ausgeliefert” zu sein. Innerhalb der APL halten wir das nicht nur für eine unerträgliche, irrwitzige Anmaßung, sondern insofern auch schlicht für dumm. Denn: 1. wird objektiv seiendes Schicksal nur dann als zwingend empfunden, wenn man sich ihm aus vielerlei Unkenntnis über das eigene Wesen widersetzt und 2. ist jegliches Handel - ob bewusst oder unbewusst ausgeführt - immer sogleich auch (unser) Schicksal. Würden wir uns vom Schicksal befreien können, so käme das einer Befreiung von uns selbst im Sinne einer Selbstaufgabe gleich. Selbst wenn solche Postulate auch nur unglücklich oder kaum durchdacht formuliert sind - sie sind gefährlich, weil sie dem Menschen eine Eigenmacht im Handeln und Sein suggerieren, die er in dieser Absolutheit nicht hat. Solche Phantasien finden sich leider auch in unaufgeklärteren Teilen der NLP-Gefolgschaft, die ja auch z.T. astrologisch  bewandert ist. Es gibt im Sinne einer Determiniertheit immer ein Schicksal. Unsere Freiheit besteht darin, sich innerhalb des Determinierten unabhängig und selbstbestimmt zu bewegen. Genau dies tun aber die allermeisten Menschen eben nicht und genau hier setzt deshalb die Deutungsstrategie der APL über das Aufzeigen von lebbaren Lösungswegen gezielt und bewusst ein. Auf diesem Wege befreit man sich nicht von irgendeinem vermeintlichen “Schicksalszwang” sondern nimmt sein Schicksal bewusst und konstruktiv an.
  • Auch ist die gesamte APL-Deutungsstrategie/Philosophie anders aufgestellt, im beratenden Kontext vor allem durch die diagnostisch und therapeutisch elementar wichtige Fokussierung eines Kernthemas und damit der Zentrierung auf die wirklich wesentlichen Merkmale des jeweiligen Geburtsbildes. Die PA kennt diese konsequente Zentrierung leider ebenso wenig wie die meisten anderen astrologischen Schulrichtungen. Dieses innerhalb der APL als “Kreative Reduktion” benannte Prinzip stünde der PA als sinngebender Arbeitsgrundsatz gut zu Gesicht, denn i.d.R. suchen Klienten bei psychologisch ausgerichteten Astrologen Rat, die bereits lange den Überblick über ihr Leben (im Sinne einer Ver -Irrung) verloren haben. Diesen Überblick kann der jew. Astrologe dem Klienten aber in Wirklichkeit nur dann zurück geben, wenn er eine entsprechende Deutungsstrategie zur Verfügung hätte.
  • Ebenso ist der PA die Kenntnis der “Transmitter-Konstellationen”, die innerhalb APL entwickelt worden sind und die eine wesentliche Rolle unter anderem im Tiefenverständnis der menschlichen Psyche spielen fremd. Die Transmitter sind gerade im systemisch -psychologischen und auch karmisch-schicksalhaften Kontext von herausragender Bedeutung. Die Unkenntnis der Transmitter gilt auch für alle anderen astrologischen Schulrichtungen, wobei sie vor allem auch in der sogenannte Systemischen Astrologie besonders nachteilig auffällt.
  • Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass innerhalb APL die Deutungsmethodik direkt mit der Gesprächsmethodik vernetzt ist, beziehungsweise sich Letztere aus Ersterer direkt ableiten lässt (siehe dort). Dadurch wird die Art der jeweils individuellen Gesprächsführung direkt aus dem Geburtsbild begründbar. Somit gestaltet sie sich gegenüber  herkömmlicher (astropsychologischer) Gesprächsführung nicht nur erheblich individueller sondern auch erheblich effizienter. In der PA sind Deutung und Gesprächsführung insofern nach wie vor zwei verschiedene paar Schuhe (was dort natürlich von vielen bestritten werden würde). APL bringt dagegen beides in eine so bislang nicht da gewesene, vereinheitlichte synergetische Form.
  • Gegenüber APL ist die PA kaum im Bereich der astrologischen Medizin etabliert, wenngleich sie seit zum Beispiel Hermann Meyer (ähnlich zuvor auch Detlefsen) versucht hat, psychosomatische Ansätze in astrologischen Aussagen mit z.T. auch spirituell/esoterischen Sichtweisen zu verbinden. Diese sind jedoch -trotz durchaus langer Forschungen Meyer´s und anderer- unverständlicherweise verhältnismäßig indifferent, häufig viel zu verallgemeinernd und vergleichsweise oberflächlich geblieben, sodass sie -obwohl im Unterschied zur klassischen Astrologie als fortgeschrittener zu betrachten- in der individuellen astromedizinischen Beratungspraxis letztlich nicht ernsthaft anwendbar bleiben.
     
  • Würdigung: Die Psychologische Astrologie hat der Astrologie an sich ein wichtiges zusätzliches Standbein verliehen. So wie es unbestreitbarer Weise das Verdienst Sigmund Freud´s war, das Unbewusste zu thematisieren, so hat die Psychologische Astrologie und ihre zahlreichen Vertreter/innen der Deutung von Geburtsbildern ebenfalls die Dimension des Unbewussten hinzu gefügt. Aus heutiger Sicht ein unschätzbarer Verdienst und eine ebensolche Hilfe für Menschen in seelischer Not.
     

 

3) APL im Vergleich zur Astromedizin (AM):

  • Das Thema Astromedizin scheint die Astroszene einerseits interessanterweise, andererseits bezeichnenderweise in zwei Lager zu teilen. Die einen meinen, Astromedizin spiele nur eine Nebenrolle innerhalb der Astrologie und aus diesem Grunde beschäftigen sie sich auch nicht mit der Thematik. Die anderen meinen, Astromedizin oder medizinische Astrologie oder astrologische Medizin zu betreiben, weil dies heutzutage offensichtlich “dazu” gehöre. Astromedizin ist in diesem Lager “angesagt” und darf im Portfolio des/der Astrologen/in scheinbar nicht fehlen.
     
  • Fakt ist: wirklich tiefgehende, diesem in der Tat elementar wichtigen Metier angemessene Kenntnisse und Erfahrungen haben damals wie heute jedoch nur die allerwenigsten Astrologen/innen, ungeachtet der seit ca. 10-12 Jahren feststellbaren Tatsache, dass “Astromedizin” beziehungsweise das, was man dafür hält, sowohl auf dem Büchermarkt, als auch in diesbezüglichen Seminaren boomt.
     
  • Insofern gibt es heute im Vergleich zu früher zwar ein relativ breitflächiges Bestreben, sich dem Thema AM anzunähern (dies zum Beispiel in “Sektionen” von Verbänden oder auch Einzelvorträgen und ähnliches), doch ist das für den grössten Teil der durchaus ambitionierten Akteure in der Regel eigentlich wie das Betreten von Neuland - vor allem im Hinblick auf das Viele, das erst einmal faktisch gewusst und dann über eine wirklich lange Zeit (ein Jahrzehnt scheint hier im mindesten angemessen zu sein) in der täglich zu überprüfenden Erfahrung sichernd bestätigt worden sein muss. Vorher ist es aus Sicht von APL direkt fahrlässig, Menschen in wirklicher seelisch-körperlicher Not astromedizinisch zu beraten.
     
  • Die wirklich erfahrenen zeitgenössischen Astromediziner (wie etwa Döbereiner/Münchner Rhythmenlehre oder Braunger etc.) sind im deutschsprachigen Raum wie keine andere “Astro-Spezies” nach wie vor äusserst rar. Es gibt kaum einen vergleichbaren “Einsatzbereich” der Astrologie, in dem faktische Erfahrung so ausschlaggebend - und manchmal sogar überlebenswichtig - für den Klienten ist wie in der AM.
     
  • Es muss im Sinne des höchsten Maßstabes, der in dieser Disziplin der Astrologie ohne Wenn und Aber unnachgiebig angelegt werden muss festgestellt werden, dass die meisten Astrologen/innen, in diesem Bereich im Vergleich zu den wenigen wirklich Erfahrenen im Grunde auf Hobbyniveau und auf Grundlage eines Halbwissens arbeiten (wenngleich sie dies natürlich entschieden zurückweisen würden).
     
  • Hinzu kommt die in der an sich gesamten Gegenwartsastrologie zu beklagende Tatsache, dass auch in der AM Aussagen auf der Grundlage von letztlich viel zu vielen und zugleich oft medizinisch wenig bis kaum erforschten astrologischen Merkmalen gemacht werden. Dadurch gerät schon alleine die primäre Diagnostik (die immer vor therapeutischen oder Heilmittelempfehlungen stehen muss) im Klienten- und Patientengespräch oftmals zu einer “Tour de Farce”, denn wie in “normalen” Beratungen muss eindeutig und zweifelsfrei die Fokussierung des Kernthemas (siehe dazu die Deutungslehre innerhalb APL) - im medizinischen Kontext also das Fokussieren der für das jew. Symptom stehenden Konstellation - der Ausgangspunkt für jede weitere Aussage, jede weitere therapeutische Intervention, jede weitere Medikation und so weiter ... sein. Genau dies geschieht leider viel zu selten, wie ich aus Berichten ungezählter Klienten immer wieder höre, die anderweitig auf die Astromedizin und deren Vertreter vertraut hatten.
     
  • Innerhalb APL nimmt die AM seit jeher eine zentrale und nie vernachlässigte Stellung in Forschung und Lehre ein, insofern kann APL mit einer sehr umfangreichen, in über 3 Jahrzehnten in ungezählten Klientengesprächen gewachsenen und erprobten astromedizinischen Erfahrung ein umfassendes Wissen bezüglich Ursachen, Diagnostik und ganzheitlicher Therapie von Erkrankungen jeglicher Art zur Verfügung stellen. Im Beratungskontext zeigt sich immer wieder, dass eine auf Nachfrage benannte Erkrankung (beziehungsweise gegebenenfalls zusammen zu fassende Symptomkomplexe gleicher astromedizinischer Genese) der Schlüssel zur Kernproblematik des Klienten ist. Wenn man die Symptomatik konstellationsbasiert zuordnen kann, sind die wahren Erkrankungsursachen genauso sicher benennbar wie Lösungswege zur Genesung.
     
  • APL trägt diesen Tatsachen im gesamten Ausbildungskontext sowohl in den Berliner Abendseminaren als auch dem Fernstudium insofern nachdrücklich Rechnung, als von Anbeginn gesicherte astromedizinische Erfahrungen in die Lehrinhalte einfliessen. APL vermittelt in dieser Weise eine ausgebaute, vertiefte und differenzierte Form sowohl der Psychosomatik als auch der Somatopsychologie. Seit den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts sammelt die klassische Psychosomatik als ein Zweig der Schulmedizin auf der selbst vorgegebenen wissenschaftlichen Grundlage Erfahrungen über die seelisch unverarbeiteten Lebensvorgänge und ihre Verbindung zu daraus resultieren könnenden Erkrankungsbildern. Nachdrücklich wünschenswert wäre, wenn die klassische Psychosomatik (wie auch die klassische Psychologie beziehungsweise Tiefenpsychologie) den oftmals erheblich weitergehenden Erfahrungsschatz der AM zum Wohle der Patienten nutzen würde. In meiner Beratungspraxis erlebe ich es zu oft, dass die psychosomatischen Erklärungen, die ein Mensch zu seiner Erkrankung in entsprechend begleitenden Gesprächen oder Therapien bekommen hatte, weit hinter den Aussagemöglichkeiten zurück bleiben, die der modernen AM möglich sind.
     
  • Wie anderswo auch innerhalb der Astrologie, so existieren im Bereich der Heilmittelsysteme diverse unterschiedliche Zuordnungsmodelle für zum Beispiel homöopathische Arzneien, Bachblüten, Schüssler-Salze und so weiter ... Daran lässt sich erkennen, dass es gerade in diesen Bereichen wenig bis gar keine Übereinstimmung zwischen den forschenden Astrologen/innen gibt. Das bedeutet sicher auch, dass es an sich keine absolute Zuordnungswahrheit bezüglich Erkrankungen, Heilmitteln und Konstellationsbildern gibt, sondern das viele subjektive Wahrheiten existieren die, so muss man dann jedoch hoffen, im Einzelfall dem zu der jeweiligen subjektiven Wahrheit passenden Klienten auch den größtmöglichen Nutzen bringen. Gemäß dem Motto: Jeder bekommt, was er verdient.
     
  • Die Erfahrung lehrt weiterhin, dass jede/r Astrologe/in der/die AM betreibt oder betreiben will, von Zuordnungsmodellen die Finger lassen sollte, die zum Beispiel zu Heilmitteln nur Tierkreis- oder Planetenzuordnungen kennen, etwa: Bachblüte Vervain sei “Schütze” oder die homöopathische Arznei Nux Vomica sei “Saturn”. Mit derartig gefährlich vereinfachenden “Zuordnungen” kann man astromedizinisch nicht ernstlich arbeiten, denn: einzig diejenigen Zuordnungsmodelle, die im mindesten auf Konstellationen basieren (also das grundsätzlich existente sogenannte “duale Wirkphänomen” berücksichtigen), sind im Rahmen verantwortungsvoller Arbeit ernst(er) zu nehmen. Die konstellationsbasierten Zuordnungssysteme benennen dann zum Beispiel für die Bachblüte Vervain = Jupiter/Pluto oder für das Homöopathikum Nux Vomica = Mars/Saturn ... und so weiter ...
     
  • Würdigung: Die Medizin, die Psychosomatik und die Somatopsychologie haben vor allem in ihrer heutigen schulmedizinisch/wissenschaftlichen Form seit langem das Interesse an der Astrologie verloren. Die Astrologie ihrerseits verlor ihr Interesse an der Medizin eigentlich nie. Insofern ist es das Verdienst der Astrologie an sich, die krankheits- und gesundheitsbedingenden Faktoren im menschlichen Geburtsbild nicht gänzlich aus den Augen verloren zu haben. Ebenso existieren heute aufgrund der vor allem jahrzehntelangen Erfahrung der wenigen herausragenden Astromediziner auch Zuordnungsmodelle bezüglich Konstellations- und Symptombildern oder auch Heilmitteln (unter anderem etwa der Homöopathie innerhalb der Münchner Rhythmenlehre), die extrem hilfreich sein können, sodass Astromedizin im Prinzip dann auch äußerst genau und tiefgehend im Sinne von Heilung und -das wird als wichtiger Grund oft vergessen: Gesundheitsvorsorge betrieben werden kann. Fakt ist aber auch, dass bei den meisten Astrologen grundsätzlich eine erheblich deutlichere Selbstbeschränkung bezüglich astromedizinischer Aussagen wünschenswert wäre, es sei denn, sie können auf eine oben skizzierte tägliche astromedizinische Praxiserfahrung mit Klienten und deren unterschiedlichsten Symptomkomplexen inklusive überprüfbarer Feedbacks zu Krankheits- und Gesundungsverläufen verweisen. Aus Sicht von APL sollte eigentlich jede/r ernst zu nehmend arbeitende Astrologe/in astromedizinische Kenntnisse in weitest möglichem Umfange haben, denn die nachweisbaren Erfolge dieser Disziplin könnten letztlich auch der Astrologie an sich zu einer angemesseneren Wertschätzung innerhalb der Gesellschaft verhelfen.


 

4) APL im Vergleich zur Münchner Rhythmenlehre / W. Döbereiner (MRL):

  • Die MRL ist ein in sich geschlossenes, von höchstwertigen Gedanken und Erfahrungen getragenes astrologisches System, entwickelt von Wolfgang Döbereiner. MRL hat in der grundsätzlichen Herangehensweise an das Leben, den Menschen und das Geburtsbild innerhalb der astrologischen Schulrichtungen noch die grössten Ähnlichkeiten mit APL - beziehungsweise umgekehrt. Dies gilt auch für die grundsätzlich inhaltlich-kritische Haltung gegenüber der gesamten Gegenwartsastrologie, die MRL und APL verbindet.
     
  • Die Schüler der MRL können sich in der Regel oft nur sehr schwer mit Vertretern der herkömmlichen Astrologie (und umgekehrt) verständigen, da die MRL nicht nur inhaltlich sondern daher auch begrifflich eben ein vollkommen eigenständiges höchst anspruchsvolles astro-philosophisches Lehrgebäude darstellt. Dieses Phänomen, welches auch die Schüler der APL gegenüber den herkömmlich arbeitenden Astrologen (und umgekehrt) kennen, ist allerdings als wichtiger, positiver Hinweis auf das enorme Alleinstellungspotenzial von MRL und APL zu sehen.
     
  • Inhaltliche Übereinstimmungen beziehungsweise Ähnlichkeiten der MRL zu APL gibt es zum Teil bezüglich der Ausgangsbeschreibung- beziehungsweise der prinzipiellen Wahrnehmung einiger Konstellationsbilder, die sich mir parallel beziehungsweise ähnlich zu Döbereiner in der täglichen Beratungspraxis beziehungsweise durch die “ständig sich vertiefende innere Schau” über Jahrzehnte bestätigend zeigten. In diesen Fällen zeigt sich die inhaltliche Nähe und Verwandtschaft von MRL und APL besonders deutlich.
     
  • Sehr unterschiedlich sind in der Folge innerhalb APL dann jedoch a) die aus den einigen anfangs ähnlich wahrgenommenen Konstellationsinhalten resultierenden späteren Schlussfolgerungen, die sich auf die vorgeburtlichen, frühkindlichen, entwickelten und unentwickelten Verhaltensweisen des Menschen beziehen und b) die Nachweise der aus weitergehender “Innenschau und Tiefenforschung” in den einzelnen Konstellationsbildern an die Bewusstseinsoberfläche geförderten Lebensformen (zum Beispiel die prähistorisch-ägyptische Synchronizität in Verbindung mit Multipler Sklerose und/oder Kinderlähmung bei Neptun/Uranus und vieles mehr).
     
  • Die resultierende Beschreibung von Konstellationsbildern folgt innerhalb APL letztlich in Teilen auch einem anderen Menschenbild, weil meine Erfahrung mit Klienten natürlich nicht identisch mit denen von Döbereiner waren/sind (siehe dazu auch andere Ausführungen hier). Letzteres gilt selbstverständlich auch für diejenigen Konstellationsbilder/inhalte, die in APL von vornherein im Wesenskern anders wahrgenommen wurden beziehungsweise werden als innerhalb der MRL.
     
  • Ähnlich wie in der MRL ab Ende der 80iger-Jahre wird auch innerhalb APL bereits seit Anfang der 80iger-Jahre mit dem Gedanken der “rückwärtigen Bewegungsrichtung des Tierkreises” gearbeitet, allerdings mit gänzlich anderen Schlussfolgerungen, Umsetzungen und Anwendungen (siehe dazu bei APL “der Schicksalsweg” beziehungsweise bei MRL “der Weg der Aphrodite”). So unterschiedlich die Nutzung dieses Gedankens innerhalb beider Schulen auch sein mag, so sehr sind sie durch dieses Alleinstellungsmerkmal wiederum von der herkömmlichen Astrologie unterscheidbar.
     
  • Ebenso findet wie innerhalb der MRL auch bei APL ein rhythmisches Prognosesystem Anwendung, da beide Lehren in den hervor gebrachten inneren und äußeren Erscheinungen des Lebens astrologisch nachweisbare rhythmische Wiederholungen erkennen . Allerdings unterscheidet sich das Rhythmensystem von APL in der Art und Anzahl der Rhythmen und vor allem in der ausgebauteren und damit engmaschigeren Vernetzung von Mehrfach-Rhythmen (Prinzip der zeitlich-inhaltlichen Korrelationen durch unter anderem die rhythmische Verkleinerung, Vergrößerung und Verlängerung von Lebensprozessen) deutlich und grundsätzlich von der MRL.
     
  • Die innerhalb der MRL seit ca. 10-15 Jahren eingebaute sogenannte Lücken- und Rückseitenlehre ist aus Sicht von APL nicht hinreichend geeignet, einem Geburtsbild wirklich weitergehende Erkenntnisse abzuringen. Insofern erscheinen sie aus Sicht von APL verzichtbar, wobei auch die MRL-internen Begründungen für beide neuen Teillehren doch mehr theoretisch interessanten Vorstellungswegen denn praktisch notwendig gewordenen Anforderungen der astrologischen Praxis zu entspringen scheinen.
     
  • Dagegen ist die Quadranten-Lehre innerhalb der APL -ebenso wie innerhalb der MRL- ein ganz entscheidender Baustein, der beide Lehren wiederum sehr kompatibel erscheinen lässt. Die besondere Betrachtung dieses basisgebenden Merkmals in Geburtsbildern verbindet beide Lehren. Es gibt meines Wissens nach keine astrologische Schulrichtung, in der die Quadrantenbetrachtung derart differenziert ausgebaut ist wie innerhalb der MRL und der APL. Im Unterschied zur MRL wird allerdings innerhalb der APL ein polar-dualer Ansatz von Form und Inhalt für die Quadrantenbetrachtung vertreten (siehe die Vier Quadrantensätze ), was letztlich zu einer anders gelagerten Bewertung zum Beispiel bezüglich der Fließrichtung und inneren Quadrantenhierarchie dieser vier Lebensebenen führt.
     
  • Weitere Unterschiede ergeben sich durch die Einbeziehung einer speziellen -auf der APL-Pyramidenrhythmik (siehe oben) aufbauenden- Transitlehre und die darüber möglich werdende Prioritätenverteilung und hierarchische Wertigkeit innerhalb prognostischer Aussagen. Diese Besonderheit der APL gegenüber MRL gilt allerdings auch bezüglich aller anderen astrologischen Schulrichtungen.
     
  • MRL arbeitet wie APL auch mit “Punkten” im Tierkreis, denen eigenständig innerhalb der jew. Lehre eine bestimmte Bedeutung beigemessen wird. Die MRL kennt “Gruppenschicksalspunkte”, die APL die “kollektiven und individuellen Pyramidenpunkte”. Beide Zuordnungssysteme sind in Herkunft und Umfang zwar überhaupt nicht kompatibel, stellen aber ähnlich der Nutzung der rückwärtigen Bewegung des Tierkreises erneut die Eigenständigkeit von MRL und APL gegenüber der herkömmlichen Astrologie unter Beweis. Ebenso müssen beide Zuordnungssysteme deutlich gegenüber den sogenannte sensitiven Punkten der klassischen beziehungsweise herkömmlichen Astrologie unterschieden werden, da letztere bestenfalls populärastrologisch relevant sind.
     
  • Im Gegensatz zu MRL wird bei APL die Bezugnahme auf beziehungsweise die Einbindung von systemischen und psychologischen Erkenntnissen und Erfahrungen in situationsbedingten Kontexten erheblich deutlicher ermöglicht. Möglicherweise hat sich das im Laufe der letzten Jahre innerhalb MRL aber auch verändert (was jedoch von mir nicht direkt beurteilt werden kann), denn auch die MRL unterliegt dem Wandel durch Weit- und Einsicht. Auch innerhalb APL sind Anschauungen, wie sie noch vor ein oder zwei Jahrzehnten vertreten wurden, neueren Erkenntnissen und Entwicklungen gewichen.
     
  • Weiterhin ist die gesamte APL-Deutungsstrategie/Philosophie vor allem im Bereich der sogenannte Kernthemafokussierung sowie der sowohl Unterscheidung als auch der Verständnisannäherung von Ursachen-, Wirkungs- und Lösungswegsebene (Kontexturalebene) völlig anders aufgestellt (siehe dazu das UWK-System innerhalb APL). Das führt dazu, dass sich MRL und APL zwar in der Grundannahme der “Sinnhaftigkeit von Schicksal” und der Notwendigkeit, genau dieses auch mittels qualitativ höchstwertiger astrologischer Arbeit nachweisbar zu machen, gleichen, dass aber die Sinnbezüge der einzelnen Lebensphänomene anders zu einander in Beziehung gesehen werden. Die Einfachheit und Effektivität der Aussage, die mittels der sogenannte “Nicht-Technik” des UWK-Systems von APL gegenüber den komplexen Lebensphänomenen möglich wird, wird von MRL nicht erreicht. Dies tut allerdings der Klarheit und Wirklichkeitsnähe der Aussagen innerhalb MRL keinerlei Abbruch.
     
  • Es sei in Bezug auf das im Absatz zuvor Gesagte noch darauf verwiesen, dass im Unterschied zur MRL innerhalb APL sehr wohl auch sogenannte “un-logische” beziehungsweise einer sogenannte “paradoxen Logik” folgende Aussagen möglich sind. Nur, weil das nach Sinn suchende Denken beziehungsweise die immer zwingend auf Sinnfindung ausgerichtete Bilder- und Vorstellungswelt eben auch einen Sinn in der astrologischen Aussage brauchen, muss beziehungsweise kann dieses Bedürfnis nicht immer durch die Interpretation eines Geburtsbildes bedient werden. Das UWK -System innerhalb APL macht durch das Prinzip der nicht nur kausalen sondern auch akausalen Verknüpfung von Ursache, folgender Wirkung und rahmengebendem Kontext (siehe dort) insofern Aussagen möglich, die im Denken als “sinn-los” gekennzeichnet werden, dennoch aber der Lebenswahrheit eines Menschen sehr viel näher sind als es der Verstand “glauben” mag. Insofern wird im Unterschied zur MRL innerhalb APL die Deutung des Sinnhaftigkeitsanspruchs von Schicksal auch in scheinbar paradox-unlogischer Weise und zugleich aber auch deutungsstrategisch begründbar vollzogen.
     
  • Gerade die Deutungsstrategien der gesamten sonstigen Astrologie sind an sich weder mit MRL noch mit APL vergleichbar, weil sie grundsätzlich immer auf der Betrachtung von Einzelmerkmalen beruhen (Planeten in Zeichen, Feldern und Aspekten), was von den mehrheitlich so arbeitenden Astrologen/innen als “state of the art” angesehen wird. Dieses übliche einzelmerkmalbasierte Vorgehen muss aber -durch sich selbst begründet- automatisch und ungewollt (selten bewusst) die innere Konflikt- und Heilungsbalance (also die wahre immanente Synergie) eines Geburtsbildes ignorieren und zwingend dazu führen, dass die mehrheitlich so arbeitenden Astrologen/innen die zuvor gedeuteten vielen Einzelmerkmale im Sinne einer vermeintlichen “Synthese” wieder “zusammen setzen” müssen - was dann i.d.R. auch als besondere Fähigkeit deklariert wird. Das “Zusammen-Gesetzte” ist aber nie wieder identisch mit dem, was zuvor nicht “auseinander-genommenen” war, sodass mit genau dieser Deutungs/Arbeitsweise die eigentlich wesentlichsten Erkenntnisse bezüglich des Geburtsbildes und des Menschen unbemerkt verloren gehen. MRL und APL gleichen sich beziehungsweise unterscheiden sich von der herkömmlichen Astrologie durch ihren -im tiefstmöglichen Wortsinn- tatsächlich Synergetischen Ansatz, der vom “Zwang zur Synthese” befreit, weil er die innere Balance des Geburtsbildes achtet und nutzt weil unangetastet lässt. Auch aus diesem Grund sind die MRL und die APL für Astrologen/innen, die bereits anderweitig ausgebildet waren einerseits eher schwer nachvollziehbar, andererseits aber auch mit ungeahnt werthaltigem Erkenntnispotenzial ausgestattet. Fast alle, die sich nach zuvor anderweitig absolvierten Studien wirklich tiefgehend, ernsthaft und lange genug auf MRL oder APL einlassen können, bestätigen dies nachdrücklich - und kehren nicht zurück.
     
  • Das Prinzip der “Kreativen Reduktion” als der sich automatisch aus der Anwendung des UWK-Deutungssystems innerhalb APL ergebenden Arbeitsmaxime wird als Schlüssel zum schnellstmöglichen und wirklichkeitsangenäherten Tiefenverständnis jedes Geburtsbildes beziehungsweise jedes Menschen angesehen. Eine derartige Haltung, die direkt und zwingend aus dieser Deutungsstrategie erwächst, kennt die MRL allerdings so nicht. Dies fällt auch bei allen herkömmlichen astrologischen Schulen allerdings umso mehr auf, als diese natürlich auch nicht annähernd die Bedeutung für die Astrologie haben, wie sie Döbereiner und der MRL inne wohnt.
     
  • Im Verhältnis zu MRL ist APL hingegen ebenso weitreichend und tief im Bereich der astrologischen Medizin etabliert, allerdings mit einem vergleichsweise viel geringeren Schwerpunkt auf Homöopathie beziehungsweise entsprechende Arzneien. APL ist da fakultativ übergreifender (unter anderem durch auch zum Beispiel ein spezielles Bachblüten-Zuordnungssystem und vieles mehr). Auch wird in der MRL im Unterschied zu APL in der astromedizinischen Arbeit die psychologisch-therapeutische Komponente (unter anderem Prinzip der Nachsorge und so weiter ...) stark vernachlässigt.
     
  • Würdigung: Der im Grunde unschätzbare Verdienst von Wolfgang Döbereiner und der Münchner Rhythmenlehre (MRL) ist, dass er ab den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entscheidende neue Denkimpulse in der astrologischen Welt beziehungsweise der damals noch vorherrschenden klassischen Astrologie implementiert hat, die bis heute eigentlich fast jeden ernsthaft arbeitenden Astrologen direkt oder indirekt beeinflussen - egal, ob er/sie sich auf Döbereiner/MRL bezieht oder nicht. Vor allem entwickelte er eine Verständnistiefe über die Konstellationsbilder, die der herkömmlichen Astrologie bis heute vollkommen abgeht. In diesem Sinne muss man - schon um sein Tun in der angemessenen Form zu würdigen - Döbereiner/MRL als “Vater der modernen Astrologie” bezeichnen. Bedauerlicherweise blieb ihm allerdings vor allem aufgrund seines höchst anspruchsvollen und teilweise “ketzerischen” Grundansatzes (was innerhalb der Astrologie auch heute noch eigentlich einem Qualitätssiegel gleicht) und seines damals wie heute nur vergleichsweise Wenigen zugänglichen sprachlichen Duktus die offizielle Anerkennung für seine Lebensleistung auf breiter Front versagt. Im Gegenteil, vor allem die heutige offiziell organisierte Astroszene versucht, seine Lebensleistung und astrologischen Erkenntnisse herunter zu spielen und von seiner Person zu trennen, um sich selbst dadurch erhöhen zu können. Wie gesagt: eine Schande! Dies allerdings geschieht vielen großen Geistern zu Lebzeiten, wenn sie - zur Quelle gezogen - gegen den Strom schwimmen. Wolfgang Döbereiner und die MRL sind in ihrer Verständnis-, Denk- und Sichtweise von Lebensvorgängen und damit Geburtsbildern als basisgebende Plattform moderner Astrologie zu betrachten. Astrologie hat(te) letztlich immer auch die herausragende, aber so schwer zu bewältigende Aufgabe, sich der “Wahrheit des Menschen und des Menschlichen” in ihren Betrachtungen so weit wie möglich anzunähern. Dies ist Döbereiner/MRL wie keinem anderen in ursprünglicher und größtmöglicher Weise gelungen und verdient die höchste Achtung. Die meine hat er.
     
  • Im folgenden ein Nachruf auf Wolfgang Döbereiner: Am 5. April 2014 verstarb Wolfgang Döbereiner, der Begründer der Münchner Rhythmenlehre. Einige Astrologietreibende fühlten sich daraufhin aufgerufen, ihm, Döbereiner, etwas nachzurufen, einen Nachruf zu verfassen. Und so kam es, wie es zu erwarten war ... wie es kommen musste. Die allermeisten dieser z.T. auch öffentlich publizierten Nachrufe waren von einer derartigen Dümmlichkeit, Frechheit, Flachheit und Respektlosigkeit der Lebensleistung des Verstorbenen und einer peinlichen, unglaublichen Unkenntnis und Verständnislosigkeit seiner astrologischen Lehre gegenüber gekennzeichnet, dass ich gar nicht erst versuchen will, für die vielen einzelnen Details die dies belegen die passenden Worte zu finden, ... sondern dass ich mich meinerseits aufgerufen fühle, dieser Schande (... ja, es ist eine Schande was da vielfach von Wohnzimmerastrologen bis in die "Höhen" der Verbände produziert worden ist) einige wenige Worte entgegen zu stellen. Die hier dargestellte Sicht der MRL darf im Nachhinein nachdrücklich verstanden sein als eine angemessene Würdigung des epochalen Schaffens des Wolfgang Döbereiner.

 

5) APL im Vergleich zu Huber / Astropsychologisches Institut (API):

  • Diese Schulrichtung wurde entwickelt von Bruno und Louise Huber und ist eine Spielart der primär psychologisch ausgerichteten astrologischen Sichtweise auf den Menschen und sein Geburtsbild. Gemeinsamkeiten mit APL ergeben sich daher ähnlich des Grundansatzes der  “Psychologischen Astrologie” (siehe dort).
     
  • Ebenso findet wie bei APL und MRL auch bei Huber ein rhythmisches Prognosesystem Anwendung: der 6er-Rhythmus beziehungsweise sogenannte Alterspunkt. Unterschieden werden muss der 6er-Rhythmus/Alterspunkt aber ebenso vom Pyramidenrhythmischen System von APL wie von den in der MRL angewandten Rhythmen (7er und 10er) in Punkto Laufrichtung, wirksame Aspektarten für die Auslösungen und auch durch seine Alleinstellung. Denn sowohl in der MRL als auch der APL gibt es nicht nur einen, sondern verschiedene Rhythmen. Im Falle von APL stehen diese zudem auch noch in einem bestimmten inneren Wirkverhältnis zueinander. Die daraus entstehende Vernetzungs- und Aussagedichte gibt es in der Alterspunktmethode nicht.
     
  • Hinweis an dieser Stelle: Es gibt drei verschiedene, “große” rhythmische Prognosesysteme innerhalb der Astrologie: MRL, API und APL, wobei die APL-Pyramidenrhythmik nachweisbar das am tiefsten vernetzte, differenzierbarste und inhaltlich-zeitlich genaueste rhythmische System ist.
     
  • API legen im Unterschied zu APL extrem großen Wert auf sowohl die Aspekte und bestimmte Aspektarten als auch auf die aus ihnen entstehenden sogenannte Figurinen. Die Aspekte und vor allem die Figurinen werden innerhalb APL als vernachlässigbar angesehen, da die aus ihnen vermeintlich abzuleitenden Deutungen auf anderen Wegen - zum Beispiel über das Tiefenverständnis der Konstellationsbilder - erheblich intensiver und genauer möglich sind. Siehe dazu auch die Ausführungen zu den Unterschieden von klassischer Astrologie zu APL.
     
  • Ebenfalls kann aus Sicht von APL die rigide Vorgabe von Aspektorben durch API nicht geteilt werden, denn die Erfahrung lehrt eindeutig, dass schlicht alle Orbisregeln, die je in der Astrologie Einzug hielten, immer wieder an der Lebenswirklichkeit scheitern. Es gibt viel mehr Gegenbeispiele, die die Orbisregeln ad absurdum führen als Beispiele, die sie bestätigen. Am Beispiel der Orbisregeln sei auch generell nochmals darauf hingewiesen, dass APL - wie keine andere astrologische Schulrichtung - auch kein irgendwie sonstig geartetes starres Regelwerk kennt, denn in Anlehnung an einen Ausspruch Bert Hellinger´s kann gesagt sein: das Leben fließt viel zu oft an den von Astrologen aufgestellten Regeln vorbei! Die wenigen “Regeln”, die überhaupt innerhalb APL Anwendung finden (wie zum Beispiel das auf dem Naturgesetz von Ursache und Wirkung beruhende UWK-Deutungssystem inklusive der Transmitter) sind letztlich nur dazu da, in entscheidenden Augenblicken wieder vergessen zu werden (siehe auch folgender Absatz).
     
  • Verschiedene andere Alleinstellungsmerkmale der Huber/API-Methode wie zum Beispiel die sogenannte Intensitätskurven innerhalb der Felder/Häuser, oder die Art der Quadrantenbetrachtung, oder auch die Auszählmethoden für Elemente, oder auch das Modell der sogenannte “Dreifachen Persönlichkeit”, oder auch die wiederum starre Zuordnung bestimmter Planeten zu Vater- und Mutter und so weiter ... können aus Sicht von APL weder im theoretischen Ansatz nachvollzogen noch in der Praxis in der von API vorgegebenen Maßstäblichkeit bestätigt werden. Im Gegenteil: Aus Sicht und Erfahrung von APL ist die Huber/API-Methode zwar einerseits ein Beispiel für eine sehr eigenständige astrologische Sicht (was in der vorliegenden Komplexität auch aller Ehren wert ist), andererseits ist die Methode aber stark überladen mit Techniken und Vorgaben, die - wie es oft bei derartigen Vorgehensweisen auch innerhalb anderer Schulrichtungen der Fall ist - den Blick auf das eigentlich Wesentliche während der Arbeit vergleichsweise unnötig erschweren beziehungsweise oft auch langsam aber sicher zuschütten. Diese Aussage wird natürlich von den entsprechend Arbeitenden verneint (weil sie es ja nicht anders kennen), sie ist aus Sicht von APL aber eine in der täglichen Praxis leicht belegbare Tatsache. Weniger: ist einfacher: ist mehr!
     
  • In Punkto Deutungsstrategie gilt das gleiche wie unter Klassik, Psychologische Astrologie und Münchner Rhythmenlehre beschrieben. Gegenüber APL ist API kaum im Bereich der astrologischen Medizin etabliert.
     
  • Würdigung: Die Huber-Methode ist neben der Münchner Rhythmenlehre und der AstroPolarity-Lehre eine der wenigen, inhaltlich wirklich eigenständigen astrologischen Schulrichtungen innerhalb der Gegenwartsastrologie. Formell, in der äusseren Aufmachung oder in der Betitelung unterscheiden sich die verschiedenen sonstigen Schulen alle mehr oder weniger, aber inhaltlich ähneln sich die meisten letztlich doch sehr. Die Huber -Schule verdient also aufgrund ihrer Eigenständigkeit Respekt, denn Eigenständigkeit bezogen auf eine ganze astrologische Denkhaltung und Methodik ist auch heutzutage höchst selten beziehungsweise wird oft auch angezweifelt. Dem über Jahre konstruktiv zu widerstehen, ist auch Huber gelungen.

 

6) APL im Vergleich zu Liz Greene / Center of Psychological Astrology (CPA)

  • Da Greene (ähnlich Arroyo, Rudhyar etc.) maßgeblich die sogenannte Psychologische Astrologie mit entwickelt hat, gilt zu Ähnlichkeiten gegenüber APL das dort Gesagte.
     
  • Herausragender Verdienst unter anderem von Greene/CPA ist, dass sie seit Beginn der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die bis dahin bestehende Vorrangstellung der klassischen Astrologie (ähnlich zuvor ab den 50iger Jahren Döbereiner/MRL) relativiert haben, indem sie tiefenpsychologisch wertvollstes Gedankengut von vor allem Jung, Freud, Fromm, Adler und anderen in die astrologischen Deutungsaussagen integriert haben, auf die sich auch APL (ähnlich wie auch auf Döbereiner/MRL) zum Teil bezieht beziehungsweise wo innerhalb der jeweiligen Thematik große inhaltliche Ähnlichkeiten bestehen.
     
  • Andererseits bringt genau diese starke Psychologisierung von Greene naturgemäß auch eine unleugbare Reduzierung beziehungsweise Einseitigkeit der Aussagethemen beziehungsweise der Sicht auf ein Geburtsbild mit sich. Diese vorrangig psychologisierte Sicht wird innerhalb APL in verschiedener Weise vermieden beziehungsweise durch andere Sichtweisen je Anforderung ergänzt oder ersetzt.
     
  • Auch werden im tiefenpsychologisch/therapeutischen Kontext zum Beispiel die astrologischen Zuordnungen zu Vater und Mutter bei Greene vollkommen anders (meint hier: starrer) vorgenommen als innerhalb der APL. Dies führt in der Konsequenz natürlich oft zu gänzlich anderen astro-therapeutischen Sichtweisen und Aussagen gegenüber dem jeweiligen Klienten, vor allem dann, wenn es bei diesem primär um einen elterlichen Konflikt und dessen lebensprägende Folgen geht.
     
  • Würdigung: Greene war in der besonderen Lage, aufgrund ihres psychotherapeutischen Hintergrundes und ihres gleichzeitig aufkeimenden Interesses für die Astrologie zur damaligen Zeit die beiden Disziplinen in so nie da gewesener Weise mit einander zu verbinden. Insofern hat sie im Rahmen der Psychologischen Astrologie einen der grössten Beiträge zu deren Entstehung und Etablierung geleistet.


7) APL im Vergleich zur Glahn´schen Astrologie:

  • Neben dem, was unter anderem bei “Klassik” gesagt wurde gilt, dass Glahn zwar auch wie Döbereiner, Huber und APL mit einer rhythmenähnlichen Prognosemethode ( dem sogenannte Lebenskreis) arbeitet, diese aber im Unterschied zu vor allem APL extrem starr und damit nicht wirklich anwendbar weil lebensfremd erscheint.



8) APL im Vergleich zur Walendy´schen Astrologie:

  • Diese auf Udo Walendy bezogene Schulrichtung unterstellt eine vermeintlich physikalische Wirkung (sogenannte astrale Richtungsstahlung) von Gestirnen und nutzt zudem hypothetisch erfundene Planeten (zum Beispiel Pirus, Artex und so weiter ...). Aus eben diesen Gründen ist sie aus Sicht auch von APL indiskutabel, weil jegliche objektive Überprüfbarkeit der Aussagen -ähnlich wie bei der sogenannte merkmalsorientierten Astrologie - damit unmöglich ist. Die Überprüfbarkeit der Aussagen ist innerhalb APL jedoch eine zentrale Forderung.

 

9) APL im Vergleich zur Ebertin/Aalener Schule (AS):

  • Ähnlichkeiten ergeben sich in einer deutlich auch auf astromedizinische Inhalte ausgerichteten Lehre, z.T. angewandt durch die Nutzung von Halbsummen zur Klärung von Krankheitsbildern. Halbsummen werden allerdings innerhalb APL wenn überhaupt nur zu einem sehr geringen Teil als Beschreibungs- und Erklärungsmöglichkeiten von Erkrankungen heran gezogen.
     
  • Unabhängig davon gilt Reinhold Ebertin´s Buch “Kombination der Gestirnseinflüsse (KdG) als ein astrologisches Standardwerk, vor allem für die Interpretation von Halbsummen.
     
  • Außer der astromedizinischen Ausrichtung ergeben sich keine weiteren Ähnlichkeiten oder gar Gemeinsamkeiten der AS zu APL. Zudem ist die AS beziehungsweise die damit in Verbindung zu bringende sogenannte “Kosmobiologie” an sich sehr mathematiklastig und formal ausgelegt und nutzt keinerlei Häusersystem, was innerhalb der inhaltszentrierten APL vollkommen anders ist.
     
  • In punkto Deutungsstrategie gilt das gleiche wie unter Klassik, Psychologische Astrologie und Münchner Rhythmenlehre beschrieben.

 

10) APL im Vergleich zur sog. Karmischen Astrologie (KA):

  • Grundsätzlich ist aus Sicht der APL zunächst zu sagen, dass es so etwas wie “karmische Astrologie” eigentlich nur als Begriff, nicht aber als solches gibt. Heutzutage ringen viele Astrologen/innen um vermeintliche (!) Alleinstellungs- oder Abgrenzungsmerkmale, um sich aus der Masse der Kollegenschaft unter anderem im Sinne einer “Spezialisierung” abzuheben oder um es - in äußerer Darstellung - den Wenigen gleich zu tun, die in der Tat mit ihrer astrologischen Arbeit “allein gestellt” und damit einzig-artig sind. Durch die Kreierung eines Begriffes scheint die reale Gegenständlichkeit einer so benannten Sache als Wirklichkeit fest zu stehen - dem ist aber nicht so. Denn der Begriff über eine Sache ist zunächst eben nur deren Gegenständlichkeit als Wort, nicht die Manifestation ihrer existierenden Wirklichkeit. So besehen ist “Karmische Astrologie” nur eine begriffliche Fiktion, durch die eine bestimmte Sichtweise auf Geburtsbilder (soz. die berühmte “Brille”...) hilfsweise beschrieben werden soll.
     

 

  • Es ist und bleibt eine Tatsache, dass jedes Geburtsbild aus sich selbst heraus eine Unmenge an Informationen beinhaltet, die sich auf Lebenszeiträume jenseits der gegenwärtigen Inkarnation beziehen - und zwar sowohl auf das So-Gewesen-Sein des Menschen selbst als auch auf seine Beziehung ins Außen. Es bedarf also keineswegs einer besonderen “karmischen” Betrachtung oder gar einer so benannten Astrologie, sondern “nur” eines tiefgehenden Wissens über die Konstellationsbilder, um diese Informationen sichtbar werden zu lassen. In den Strukturen der Konstellationsbilder überdauert alles Erlebte Raum und Zeit. Auch aus diesem Grunde nimmt das Studium der Konstellationsbilder in ihren vorgeburtlichen, frühkindlichen, erwachsenen, entwickelten und unentwickelten Formen innerhalb der Ausbildung von APL eine Zentralstellung ein.
     
  • Wenn man jedoch den Begriff “Karmische Astrologie” gewähren lassen will, so ergibt sich eine Ähnlichkeiten zu APL hinsichtlich der Grundannahme des wirkenden Karma an sich. Im Unterschied zur sogenannte KA (vergleichsweise auch sogenannte “esoterischen Astrologie”) wird dieser Grundgedanke jedoch innerhalb APL auch frei / flexibel übertragen und verbunden mit dem systemischen Gedanken beziehungsweise den Erkenntnissen der modernen Systemischen Psychologie. Die Erfahrung lehrt nämlich, dass sich die “Ergebnisse” ähneln bis gleichen, die aus entweder karmischer oder systemischer Betrachtung eines Geburtsbildes aufsteigen. Systemische Betrachtung von Lebensvorgängen ist oft karmische Betrachtung und umgekehrt. Ein kleiner, wertfreier aber wesentlicher Unterschied ist allerdings, dass im Zentrum karmischer Sicht der Mensch mit sich und seinem Tun eher alleine steht - im Zentrum der systemischen Sicht steht der Mensch eher im Verhältnis zu anderen.
     
  • Weiterhin unterscheidet sich APL gegenüber der sogenannte KA wichtigerweise in der Überzeugung, dass nicht nur vorrangig bestimmte - auch im Sinne einer Vorabannahme zuvor schon vermeintlich benennbare - Planetenprinzipien das karmische Merkmal im besonderen transportieren, sondern dass dies gleichberechtigt von sämtlichen Konstellationen eines Geburtsbildes vorgenommen werden kann (siehe dazu begründend auch das zuvor Gesagte). Es ist erheblich aufwendiger und schwieriger, karmische Zusammenhänge aus der Gesamtheit der durch Ursachen-, Wirkungs- und Kontextebenen tief gestaffelten hoch individuellen Konstellationsstruktur eines Geburtsbildes deutlich werden zu lassen (siehe dazu auch die APL-Deutungslehre), als sie vorab schon in vermeintlich feststehenden Bedeutungsträgern sehen zu wollen. Die Arbeitsweise der sogenannte KA ist in diesem Bereich gegenüber APL schlicht erheblich weniger ausdifferenziert.
     
  • Ebenso wird in der sogenannte KA bestimmten nicht-planetaren Bedeutungsträgern wie zum Beispiel der sogenannte “Rückläufigkeit” von Planeten oder auch den “Mondknoten” oder gar Planetoiden beziehungsweise Asteroiden eine besondere karmische Relevanz angedacht, die sie aus Sicht und Erfahrung von APL jedoch entweder gar nicht beziehungsweise wenn überhaupt nicht mehr oder weniger als jedes andere astrologische Merkmal im Geburtsbild haben. Die auch hier deutlich werdende Sicht der sogenannte KA, dass eben grundsätzlich vermeintlich nur bestimmte, besondere Merkmale eines Geburtsbildes eine höhere karmische Bedeutung in sich trügen als die anderen, beschränkt das karmische Erkenntnispotential anstatt es zu weiten.
     
  • Der “karmische Blick” auf ein Geburtsbild ist innerhalb APL insofern ganzheitlicher und erheblich weniger von Vorabannahmen gekennzeichnet, die mittels vermeintlicher Bedeutungsträger untermauert werden sollen. Wenn es das, was der Begriff Karma meint gibt - und davon gehen wir auch innerhalb APL sicher aus - dann steht das gesamte Geburtsbild als entsprechendes Abbild dafür und nicht nur besondere vermeintlich “typische” Faktoren. Anders gesagt: alle Anteile eines Geburtsbildes können (aber müssen nicht) karmisch geprägt sein. Welche das sind muss immer im Einzelfall individuell geklärt werden.
     

 

  • Ein weiterer wesentlicher Unterschied der APL zur sogenannte KA ist, dass die KA die Transmitter-Konstellationen (siehe innerhalb APL dort) nicht kennt. Diese spielen eine extrem wichtige Rolle unter anderem bei Fragen, die sich auf Lebenszeiträume jenseits der jetzigen Inkarnation beziehen, insofern also karmisch wie auch systemisch von größter Bedeutung sind. Sie sind laut APL die astrologische Analogie zu den sogenannte morphogenetischen Feldern (siehe unter anderem Rupert Sheldrake, Bert Hellinger) und stellen eine Art “karmisch wirkendes Gedächtnis” dar. Aufgrund der Transmitter ist eine karmische Gesamtsituation für einen Menschen unerreicht genau über sein Geburtsbild bestimmbar - natürlich immer nur in Bezug auf das, was Menschen diesbezüglich überhaupt zu sagen möglich ist. Insofern sind sie für die Beantwortung karmischer Fragestellungen absolut unverzichtbar.
     
  • Eine heutige Aussage die einen karmischen Bezug hat, muss immer auch mit der Gegenwart des jeweiligen Menschen sinngebend verbunden werden - ansonsten ist es nur eine sinn- und beziehungslose Feststellung vergangener Lebenswahrheit ohne aktuelle lebenshistorische Relevanz. Dieser Grundsatz wird von vielen sogenannte karmisch arbeitenden Astrologen/innen nicht immer konsequent angewendet - oft auch, weil ihnen die methodischen Möglichkeiten fehlen. Innerhalb APL sehen wir das, was damals Wirkung war, als inhalt- und sinngebende karmische Ursache einer heutigen - oft aber als sinnlos empfundenen - Wirkung an. Dadurch kann der Mensch der oft sinnlos empfundenen Gegenwart seines Lebens einen Inhalt und Sinn zurück geben, sich also in selbstbestimmender Beziehung sehen zu sowohl wahren Ursachen (ungeformtem Inhalt der Vergangenheit) als auch Auswirkungen (Form gewordenen Ursachen der Gegenwart) seines bisherigen Lebensweges. Die jeweils ganz individuelle karmische Wechselwirkung von Ursache (Inhalt, Aufgabe), Wirkung (Form, Lösung) und - das ist äußerst wichtig - die sie einbettende Rahmenbedingung (WEG zur Lösung) ist mittels der UWK-Deutungslehre von APL (siehe dort) auch auf astrologisch-methodischem Wege eindrucksvoll nachweisbar und in den meisten Fällen die rettende Lebensnahrung, wenn psychologische Ebenen unfruchtbar blieben. Dann wird astrologisch gedeutetes Karma zur Lebenshilfe.
     
  • In punkto Deutungsstrategie gilt das gleiche wie unter Klassik, Psychologische Astrologie und Münchner Rhythmenlehre beschrieben. Gegenüber APL ist die sogenannte KA kaum im Bereich der astrologischen Medizin etabliert.
     

11) APL im Vergleich zur Hamburger Schule (HS):

  • Sie wurde entwickelt von Alfred Witte. Einer der wesentlichsten Unterscheidungspunkte liegt in der Merkmalsüberflutung der HS (zusätzliche Deutungsmerkmale, zum Beispiel die sogenannte Transneptunier und vieles mehr), die aus Sicht von APL eine punktgenaue und umfassende Tiefenerfassung des Menschen enorm erschwert bis unmöglich macht. Die Merkmalsüberflutung widerspricht einem der wichtigsten APL-Grundsätze: der Kreativen Reduktion (siehe dort).
     
  • Extrem unterschiedlich gegenüber APL ist die HS auch bezüglich Witte´s “Regelwerk-Aussagen” zu sehen, die zu oft einer lebensfremd starren Deutung von Geburtsbildern Vorschub leisten und nicht im mindesten die Eigendynamik des Lebens, des Menschen und seiner Geist-Psyche berücksichtigen. Genau dies ist jedoch innerhalb APL ein entwicklungspsychologisches Faktum, dem in Deutung und Beratung bedingungslos Rechnung getragen werden muss.
     
  • In punkto Deutungsstrategie gilt das gleiche wie unter Klassik, Psychologische Astrologie und Münchner Rhythmenlehre beschrieben. Gegenüber APL ist die HS kaum im Bereich der astrologischen Medizin etabliert.
     

12) APL im Vergleich zur Astroenergetik (AE):

  • Einzige Ähnlichkeit von APL zu dieser von Hans-Hinrich Taeger entwickelten Schulrichtung besteht in dem Versuch, ein gegenüber der herkömmlichen Astrologie differenzierteres Elementenanalyse-Verfahren zu etablieren. Taeger nennt dies “Mandala Elementenanalyse”. Dort verwendet er ein recht tief geschachteltes Bewertungssystem für Planeten in Zeichen  und Feldern, dass jedoch im entscheidenden Unterschied zur sogenannte “Dynamischen Elementenanalyse” nach APL die eigenelementare Zugehörigkeit der Planeten außer Acht lässt und in den Punktzuordnungen und damit letztlich auch in der prozentualen Aufteilung der Elemente sehr starr ist. Damit ist die Aussagekraft dieser AE-Elementenanalyse leider unnötig reduziert.
     
  • Die oberflächlich ähnliche spirituelle Ausrichtung der AE zu APL täuscht, da innerhalb der APL keine nur ausschließlich buddhistische Ausrichtung kultiviert wird, sondern der Mensch als per se auch metaphysisches Wesen gesehen wird, das -unabhängig von einer spezifischen spirituellen Lehre- zur Ganzheitlichkeit im Bewusstsein gelangen kann.
     
  • In punkto Deutungsstrategie gilt das gleiche wie unter Klassik, Psychologische Astrologie und Münchner Rhythmenlehre beschrieben. Gegenüber APL ist die AE kaum im Bereich der astrologischen Medizin etabliert.

 

13) APL im Vergleich zur Astroskriptanalyse (AA):

  • Eine prinzipielle Ähnlichkeit dieser von Roland Jakubowitz entwickelten Schulrichtung zu APL besteht in der Annahme, dass zwischen zwei Ereignissen, die durch ein gleiches astrologische Merkmal ausgelöst werden (zum Beispiel einen Transit) ein inhaltlicher Zusammenhang besteht. Allerdings versucht die AA dies mit fragwürdig starren Regeln (zum Beispiel Transitorben) zu untermauern und bezieht -im Gegensatz zu APL- diesen an sich richtigen Grundgedanken auch nur auf die Prognostik.
     
  • Innerhalb APL gibt es sowohl ein differenziertes Prognose- als auch Deutungssystem, in dem die zeitliche und inhaltliche Verbindung von Geschehnissen gleich welcher Art deutlich ausgebauter und tiefer nachweisbar ist. Einfach gesagt: APL geht über den grundsätzlich stimmigen Ansatz der zeitlich-inhaltlichen Korrelation von AA weit hinaus, indem APL diese nicht nur innerhalb der Prognostik sondern auch über die Deutungsmethodik nachweisbar macht.
     
  • In punkto Deutungsstrategie gilt das gleiche wie unter Klassik, Psychologische Astrologie und Münchner Rhythmenlehre beschrieben. Gegenüber APL ist die AA kaum im Bereich der astrologischen Medizin etabliert.
     

14) APL im Vergleich zur Systemischen Astrologie (SA):

  • Seit wenigen Jahren wird der an sich werthaltige Versuch unternommen, Erkenntniswege der modernen systemischen Psychologie, namentlich der systemischen Aufstellarbeit, mit denen der Astrologie in einer sogenannte SA zu einem neuen Weg zu verbinden. Leider entsteht in Form der SA daraus bislang aber in der letztlichen Essenz eine nur abgewandelte Arbeitsweise ähnlich den sogenannte “Horoskopaufstellungen” (HA), die für ernsthafte beraterische Arbeit nicht zu gebrauchen sind und daher hier auch vollkommen unkommentiert bleiben. Beide Versuche (SA und HA) ähneln APL prinzipiell nur insofern, als systemische Erkenntnisse in Verbindung zum Geburtsbild gebracht werden. Im “Wie” sind die Unterschiede allerdings eklatant, ebenso in dem Umstand, dass dem systemischen Gedanken innerhalb APL schon seit über zwei Jahrzehnten in Forschung, Beratung und Lehre Rechnung getragen wird (siehe unter anderem die methodischen Vorgehensweisen des UWK-Deutungssystems, der Transmitter-Lehre und anderes...)
     

 

  • Komplett unterschiedlich zu APL ist der Grundansatz, von dem die sogenannte SA und die sogenannte HA ausgehen. SA und HA setzen im Grunde genommen Erkenntnisse aus beiden Erfahrungsbereichen nur parallel neben einander (dies ist es, was die SA selbst mit “in Verbindung bringen” meint), ohne augenscheinlich davon Kenntnis zu haben, dass das Geburtsbild eine eigene, natürliche, allerdings zunächst direkt nicht sicht- und deutbare Systemik soz. vorinstalliert hat (dieser Kritik würden die Vertreter der SA natürlich vehement widersprechen). Die geburtsbildimmanente Systemik kann mittels entsprechender methodischer APL-Diagnostik jederzeit sichtbar gemacht werden und führt in dieser Art Arbeit zu eklatant wirklichkeitsnäheren Ergebnissen, als sie der sogenannte SA, die nur die “Verbindung” des einen mit dem anderen versucht, möglich sind. Die Ursache dafür liegt in dem schlichten Umstand, dass wir innerhalb APL nicht erst zum Beispiel über Aufstellungen oder ähnliches eine für den Menschen gültige systemische Ordnung finden müssen und diese dann im Geburtsbild wieder zu entdecken hoffen, sondern dass wir das Geburtsbild direkt - soz. ohne Zwischenschritt - als die Ordnung an sich verstehen und - das ist entscheidend - vorab bereits methodisch deuten können.
     
  • Dieser prinzipielle Unterschied zur SA und den HA ist durch APL auf verschiedenen Ebenen nachweisbar manifestiert, unter anderem durch die Transmitter-Lehre (astrologische Analogie zu morphogenetischen Feldern). Die mit den “Transmitter -Konstellationen” verbundene zentrale system-astrologische Aussage innerhalb APL lautet, dass über besagte Konstellationen die sogenannte “Nicht-Lokalität” beziehungsweise die sogenannte “Nicht-Anwesenheit” von Wirkphänomenen in Geburtsbildern und damit im Leben nachweisbar wird - sowohl zeitlich als auch inhaltlich. Die systemische Arbeit beruht ja auf Phänomenen, die zwar anwesend (phänomenologisch sichtbar) sind, aber bislang nicht beweisbar (unter anderem auch im naturwissenschaftlichen Sinne) scheinen. Die Transmitter-Lehre macht APL daher nicht zu einer “sogenannten” sondern zu einer tatsächlich “Systemischen Astrologie” mit bislang ungeahntem Aussagepotenzial. Denn sie erbringt neben ihrem enormen Nutzen in der praktischen astrologisch-systemischen Arbeit auch den Nachweis, dass das einfache Verbinden von systemischer Sichtweise und Astrologie zu wenig ist, um eine wirklich Systemische Astrologie zu begründen.
     
  • Und: an sich ist aber auch schon das gesamte grundlegende UWK -Deutungssystem per se die reine astrologische Spielart des systemischen Grundgedankens (zum Beispiel in Sinne der astrologisch-methodisch nachweisbar gewordenen akausalen Verknüpfung von Ursache und Wirkung!). Wenn man sich tiefer gehend mit APL beschäftigt, erkennt man dies leicht. Und man versteht mit der Zeit, dass der klassisch-systemische Blick (zum Beispiel auch innerhalb des NLP unter anderem) und damit auch der Blick der sogenannte SA eine Art “Anleitung zum Leben” sein will beziehungsweise oft darauf hinaus läuft - ... wo hingegen die APL lehrt, sich ganz im Gegenteil vom Leben selbst anleiten zu lassen! Dies ist etwas gänzlich anderes, eine gänzlich andere “Interpretation” dessen, was der “systemische Gedanke” dem Menschen eigentlich aufgeben will. Auch hier wird deutlich, wie wenig intervenierend, leitend und planend APL im Vergleich zur sogenannte SA ist.
     
  • Letztlich zählen immer nur diejenigen Ergebnisse, die der Wirklichkeit des Menschen so nahe wie möglich kommen. In den vielen APL-Seminaren und Workshops zur astrologisch basierten Aufstellarbeit sind wir immer wieder mit Klienten konfrontiert, die anderswo (mit oder ohne SA) versucht haben, zu Ergebnissen zu kommen, die ihrer Lebenswirklichkeit möglichst nahe kommen sollten. Oft leider nur mit mäßigem oder letztlich gar ausgebliebenem Erfolg weil eben nur eine schlichte Verbindung zwischen systemischer Arbeit und Astrologie Anwendung fand. Erfolg stellt(e) sich dann in APL-Seminaren deutlich und vor allem mittel- beziehungsweise langfristig überprüfbar ein (die jederzeit öffentliche Überprüfbarkeit ist gerade auch hier ein ganz wesentlicher Faktor). Die APL-Formate innerhalb der astrologisch basierten Aufstellarbeit kommen schnell, punktgenau und nachhaltig wirkend an das jeweils gesteckte Ziel, weil sie eben nicht nur A und B verbinden (A + B = C ... C wäre dann die sogenannte Systemische Astrologie), sondern A aus B und B aus A ableiten (A = B und B = A). Verbinden kann man nur, was unverbunden ist beziehungsweise erscheint. Von einander ableiten lässt sich aber, was man als bereits innerlich miteinander verbunden identifiziert hat (hier nochmals der Verweis auf die Transmitter-Lehre innerhalb APL).
     
  • Die SA beziehungsweise die HA sind vergleichsweise faktisch bislang nicht in der Lage, aus dem Geburtsbild selbst die systemische Ordnung abzuleiten, die für den individuell zu betrachtenden Klienten zur Verfügung steht, weil ihnen die dazu nötigen astrologisch-methodischen Möglichkeiten und Erfahrungen fehlen. In der SA wird daher i.d.R. immer nur eine vermeintliche Systemik, die im Grunde genommen aus Annahmen und Aussagen des Klienten abgeleitet beziehungsweise aus Vermutungen und gelernten Erfahrungen des Beraters / Workshopleiters bestehen, über das Geburtsbild gestülpt beziehungsweise in das aufgestellte Feld projiziert, anstatt diese sich aus dem Geburtsbild selbst offenbaren zu lassen. Letzteres zeitigt vollkommen andere und nachweislich erheblich objektivere Ergebnisse und führt unter anderem auch zu der entscheidenden Erkenntnis, dass jenseits der gültigen Lehrmeinungen von Systemischer Psychologie (oder gar SA) eine wirkende Dynamik jedes einzelnen Geburtsbildes/Menschen besteht, die sich den erwähnten Vorabannahmen mit Regelmäßigkeit entzieht.
     

 

  • Die Lehrmeinungen der Systemischen Psychologie und der sogenannte SA sind in weiten Teilen (ähnlich wie auch zum Beispiel das klassische NLP) unter anderem stark von der Philosophie des klassischen Konstruktivismus geprägt. Innerhalb APL arbeiten wir dagegen unter anderem - also nicht alleinig - mit einem spirituell-metaphysich geprägten konstruktivistischen Welt- und Menschenbild, das - vereinfacht gesagt - sowohl die Freiheit als auch die Determiniertheit des Menschen in einer methodisch begründbaren Weise jeweils anteilig in einem Geburtsbild kennzeichnen kann und insofern die Eigenbestimmung und die Schicksalsprägung in Beratungskontexten deutlicher und flexibler nutzbar macht. Freiheit und Determination als die zwei unbestreitbaren Seins-Säulen menschlicher Existenz werden damit innerhalb APL nicht einfach nur - wie üblicherweise - postuliert, sondern methodisch spiegelbar. Genau dies ist gerade für die systemisch-astrologische Arbeit unverzichtbar, wenngleich andererseits die sogenannte SA diesen Nachweis bis heute schuldet.
     
  • Hinzu kommt, dass der klassische Konstruktivismus aus Sicht von APL das Verstehen des Menschen insofern stark einschränkt, als eine überbewertete Plan-, Gestalt-, Lenk- und Erklärbarkeit des Lebens unterstellt wird, die nachweisbar an den Wirklichkeiten des Lebens viel zu oft scheitert. Hinzu kommt weiterhin, dass der als “planungsfähiges Wesen” angesehene Mensch in der logischen Folge auch immer nach dem Sinn seines Tuns suchen muss und dies in eklatante Krisen (der Sinnfindung) führen kann, wenn sich dieser nicht finden lässt. Wird der Mensch wie innerhalb APL nicht per se als “planungsfähiges Wesen” verstanden, entfällt automatisch der Zwang der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns wie auch des Schicksals selbst (was keinesfalls mit Sinnlosigkeit gleichgesetzt werden darf). Dies führt zu einer ungeheuren Entlastung vor allem entsprechend “planungsresistenter” Menschen (und derer gibt es viel mehr als man glaubt), die konkret auch in APL-basierten Beratungen Anwendung findet.
     
  • Dieser grundsätzlich “planungs- und lenkorientierte” Wesenzug der SA lässt daher auch die SA selbst nachweisbar oft an ihren Arbeitsvorgaben scheitern, denn gemeinhin kann jeder Plan an sich prinzipiell scheitern. In Anlehnung an ein Wort Wolfgang Döbereiner´s, nach dem die Titanic sinken musste, gerade weil man ihr Unsinkbarkeit unterstellte (...), scheitert die SA oft am eigens aufgestellten Anspruch. Ungeachtet des Umstandes, dass die SA dies wiederum mit Argumenten zu widerlegen versuchen wird, die selbst wieder konstruktivistisch und planungsorientiert basiert sind und die sich daher selbst vermeintlich unwiderlegbar machen (das Auge kann sich selbst nicht sehen ...).
     
  • Genau in diesem Zusammenhang sei an dieser Stelle - obwohl als Unterscheidungsmerkmal auch für alle anderen astrologischen Schulrichtungen gültig - darauf hingewiesen, dass wir uns gemäß der APL niemals auf Beratungsgespräche in irgend einer Weise vorbereiten. 99% aller Astrologen/innen beugen sich vor folgenden Gesprächen lange über das Geburtsbild des Betreffenden um es “zu studieren” oder “zu verstehen”. Eine “gute Vorbereitung” erscheint als unverzichtbar. Auch dies ist eine wie scheinbar selbstverständlich bestehende und umgesetzte “Regel”, die fast alle Astrologen/innen nie in Frage gestellt beziehungsweise hinterfragt haben und daher einfach automatisch adaptieren. Die APLer hingegen bleiben in Herz und Verstand frei von den daraus resultierenden Vorbeurteilungen, weil sie das Geburtsbild des zu Beratenden bis weit in den Gesprächsverlauf hinein zunächst nicht kennen (müssen), sondern aufgrund besonderer Schulung und Übung unter anderem die Kunst der “Leere im Zuhören” und der “Simultanen Übersetzung” (des beim Klienten ganzheitlich Wahrgenommenen in Konstellationsbilder) beherrschen. Diese Kunst erwächst automatisch aus dem APL-Deutungsgrundsatz der “Kreativen Reduktion” (siehe dort) und ermöglicht es dem Astrologen, erst dann - und auch nur kurz - in das Geburtsbild des Klienten zu schauen, wenn dieser mit seiner Schilderung des Anliegens den soz. “vorurteilsfrei gebliebenen Raum” im Astrologen gänzlich gefüllt hat. In dieser Weise ist der Weg in das Tiefenverständnis - auch der schicksalhaft vorgegebenen, unantastbaren systemischen Geordnetheit - des Klienten tatsächlich in der Weise frei, dass der Astrologe den Klienten nicht mehr aus seinen Vorbeurteilungen heraus versteht, sondern aus der sich selbst entfaltet habenden Lebenswirklichkeit des Klienten. Astrologen - vor allem jene mit systemischem oder psychologischen Anspruch - müssen lernen, den Klienten nicht so zu verstehen, wie SIE meinen dass er es meint, sondern wie ER es meint! Dieser strategisch entscheidende Unterschied führt in der systemischen und psychologischen APL-Beratungsarbeit unabhängig von der Tiefe, Schwere oder Komplexität der Thematik des Klienten schnell und sicher zu Aussagen, die seiner im Geburtsbild gespiegelten Lebenswahrheit in höchstem Maße nahe kommen. Die Mehrheit der Astrologen (vornehmlich aus dem Bereich der klassischen wie psychologischen Astrologie kommend) schüttelt ob dieses bewussten und begründeten Unvorbereitetseins aus Unkenntnis des unglaublichen Nutzens für Klient und Berater nur ungläubig den Kopf beziehungsweise wird dies mangels entsprechender Erfahrung als “Unsinn” abtun. Nun, was man nicht weiß macht einen auch nicht heiß. Diejenigen, die jedoch diese Kunst innerhalb der APL kennen und beherrschen gelernt haben und in wenigen Augenblicken das Geburtsbild an der entscheidenden Stelle (!) öffnen können, verfahren um ihrer selbst und des Klienten willen dann nie wieder anders.
     
  • Innerhalb APL arbeiten wir - auch aus ähnlichen Gründen - in fast allen Fällen mit dem sogenannte “verdeckten” Aufstell-Format (als einer oft wichtigen Ergänzung und Erweiterung im Beratungskontext), das heißt, dass alle Beteiligten nicht wissen, wer wofür als was in der Aufstellung plaziert ist. Dadurch wird ganz bewusst und zusätzlich der objektivierenden Entscheidungshoheit des Geburtsbildes innerhalb der astrologisch basierten Aufstellarbeit Rechnung getragen. Die SA arbeitet vergleichsweise selten mit verdeckten Formaten.
     
  • Letztlich wird in der sogenannte SA häufig die Übernahme extrem verstandes- beziehungsweise logikorientierter Aufstellformate (aus der systempsychologischen und systemphilosophischen Szene) exerziert, was im Unterschied zu APL oft zu “vorstellungs- beziehungsweise kopfgeborenen Lösungen” führt, die ihrer “künstlichen” Natur gemäß oft nach kurzer Zeit wie Seifenblasen im Lebenswind zerplatzen müssen (das Konstrukt zerbricht mit Leichtigkeit in und an der verkannten Schwere der Wirklichkeit). Die SA ist zwar an sich recht experimentierfreudig, das Leben fließt jedoch häufig an den zu oft akademisch verstiegenen Arbeitsvorlagen der SA vorbei (abgeändertes Zitat Bert Hellinger, siehe oben)
     
  • Würdigung: Die sogenannte Systemische Astrologie stellt den Versuch dar, neue system-psychologische Erkenntnisse vor allem im beziehungsweise aus dem Bereich der sogenannte Kurzzeit-Therapien in Verbindung mit dem Geburtsbild zu bringen. Dies ist an sich zunächst sinnvoll und lässt auf großen Nutzen hoffen. Entscheidend ist aber der jeweilig mögliche Erfolg, welcher wiederum maßgeblich von der angewandten Methodik abhängt. Gerade hier hinkt die sogenannte Systemische Astrologie den prinzipiellen Möglichkeiten hinterher, denn die einseitig lösungsorientierte Ausrichtung ist eine Erkenntnisblockade erster Güte, sowohl für den so arbeitenden Astrologen als natürlich auch für die Klienten. Hinzu kommt, dass die sogenannte SA allen Ernstes meint, auf die Wesenszusammenhänge wie sie zum Beispiel die archetypisch basierte Weltsicht ermöglicht, verzichten zu können. Man muss sich fragen, was oder wer da für eine derartige Verarmung der Erkenntniswege und schon fast lächerlichen Hybris zuständig ist. Das Verfehlen der Möglichkeiten, die Systemik an sich bieten könnte, ist zu einem großen Teil zudem einerseits der doch oft sehr stark verstandesorientierten Sicht auf die sich zeigenden Zusammenhänge geschuldet ist und hat andererseits aber seine Krux schon in dem zuvor beschriebenen nur parallel nebeneinander Stellen (also nicht der Synergie!) von systemischer Sicht und Astrologie. Der Analytiker Steve de Shazer sagte einmal sinngemäß: “In der Regel haben Problem und Lösung nichts mit einander zu tun” (vergleiche dazu auch die APL-Deutungsstrategien der akausalen Verknüpfungen von Ursachen und Wirkungen!). Diese große Wahrheit findet sich astrologisch-methodisch begründet beziehungsweise begründbar innerhalb der APL wieder (siehe dort ), die SA bleibt den notwendigen Nachweis für diese systemische Gesetzmäßigkeit in ihrem methodischen Ansatz bislang aber schuldig. Dies hat letztlich wohl auch damit zu tun, dass die sogenannte SA im Grunde und Kern ihres Wesens ein Abzweig der Psychologischen Astrologie ist und letztere bislang ebenfalls nicht über eine unter anderem auch systemisch gesicherte Deutungsmethodik verfügt. Insofern ist die SA aus Sicht von APL nur eine effekthaschende Worthülse, mehr nicht. Es geht innerhalb der SA also vor allem mehr um einen notwendigen Wandel beziehungsweise eine ausgeprägte Erweiterung der grundsätzlich anzuwendenden astrologischen Deutungsmethodik denn um die Korrektur ihres systemischen Grundansatzes. Dieser ist für heutige Astrologie unverzichtbar. In der Form wie er von der sogenannte SA vertreten wird ist er jedoch in den wichtigsten Bereichen unbrauchbar.

 

15) APL im Vergleich zur merkmalsorientierten Astrologie (MA):

  • Die Unterschiede zu APL sind ähnlich denen zur Hamburger Schule, teilweise aber noch erheblich ausgeprägter, da innerhalb der MA mit hunderten Einzelmerkmalen (Asteroiden beziehungsweise Planetoiden, Fixsternen und so weiter ...) gearbeitet wird, über die es bislang de fakto keine wirklich basisgebende Erfahrung gibt. Eine klare Aussage, die vor allem in Beratungen mit wirklich in existentieller Not befindlichen Klienten nötig ist, wird dadurch nicht mehr möglich.
     
  • Es kann aufgrund der Überladenheit von Merkmalen, deren vermeintliche Bedeutungen heute zudem keinerlei fundierte, überprüfbare Grundlagen haben, sondern oft nur auf subjektiv entworfenen Hypothesen und frei erfundenen Behauptungen beruhen - immer irgend eine Aussage zu irgendeiner Thematik gemacht werden. Damit entstehen Beliebigkeiten in der Aussage, die zu Austauschbarkeit und inakzeptablen Unklarheiten führen. Aussagen, die sich inhaltlich vollständig widersprechen und daher argumentativ im Beratungskontext nicht widerlegt werden können (weil auch ihr Gegenteil durch irgend ein anderes Merkmal vermeintlich wahr sein soll) sind so jederzeit möglich. Dies ist aus Sicht von APL absolut unverantwortlich.
      
  • Ebenso absolut unverantwortlich erscheint, dass die Bedeutung, welche den vielen einzelnen “Gesteinsbrocken” im Geburtsbild angehaftet wird, oftmals schlicht aus ihrer willkürlichen Namensgebung, die i.d.R. aus der griechischen oder ägyptischen Mythologie, von Schutzpatronen verschiedener Religionen oder von Gottheiten von Naturvölkern etc. entnommen ist, verliehen wird. Natürlich haben die jeweiligen Namen beziehungsweise ihre mythologisch/göttlichen Träger eine tiefe Bedeutung, ob diese aber ähnlich oder gar identisch ist mit der Bedeutung, die das jeweilige Merkmal auch im Geburtsbild haben soll, ist nach Erfahrung von APL (und anderen) im Sinne der gerne unterstellten “inhaltlichen Analogie” mehr als zweifelhaft. Derartiges darf niemals ausreichen, um daraus schwerwiegende astrologische Aussagen abzuleiten.
     
  • Ein weiterer gewichtiger Punkt, warum APL komplett auf die Nutzung von Planetoiden und Asteroiden verzichtet ist die Tatsache, das sämtliche bisherigen Deutungen und Interpretationen dieser Merkmale ausschließlich nur rein eigenschaftsbezogener Art sind und keine dann nämlich dringend nötigen Beschreibungen umfassender lebenshistorischer Erlebnisse und Erfahrungen des Menschen bis dato gemacht werden können. Das reine Beschreiben einer Eigenschaft reicht nicht aus, um einen Menschen in seiner Tiefe zu verstehen. Denn ohne das Wissen um zum Beispiel Ursachen für die beschriebene Eigenschaft, weitergehende damalige oder gegenwärtige Lebensumstände die die Eigenschaft eventuell abschwächen oder verstärken, väterliche oder mütterliche Prägungen die zum Beispiel eine Vererbung anzeigen, Bezüge auf Verbindungen der Eigenschaft zu bewussten und unbewussten Teil der Person ... und vieles mehr ist das Wissen um eine Eigenschaft als solche wie eine Insel die man entdeckt hat, deren Koordinaten aber unbekannt bleiben. Die MA ist im Großen und Ganzen eine der vielen sogenannte eigenschaftsbezogenen - und damit sehr einseitig werkelnden - Varianten der Astrologie, insofern ähnelnd unter anderem der klassischen Astrologie, insofern gemäß heutiger Anforderungen und Möglichkeiten nicht wirklich zu gebrauchen beziehungsweise schlicht viel zu oberflächlich.
     
  • Die MA versucht ihr Vorgehen unter anderem mit der Möglichkeit vermeintlich differenzierterer Aussagen zu begründen, die anders als mittels der vielen zusätzlichen Merkmale so nicht erzielbar wären. Dem ist leider nicht so - ganz im Gegenteil: die Merkmalsüberflutung verwischt beziehungsweise verhindert sogar zuweilen Erkenntnisse in einem Geburtsbild, weil entsprechende Aussagen eben nur an eine Unmenge einzelner - jeweils z.T. auch nur seltenst auftauchender - Merkmale gekoppelt sind. Allein schon die Quantität von Aussagen der MA führt zwingend zu einer Vielzahl von Widersprüchen, die letztlich keine klare Linie bilden können. Klarheit und Eindeutigkeit sind aber die wichtigsten Beratungsziele, da die meisten Klienten ohnehin schon - entweder komplett oder partiell - ihre klare (Lebens)linie verloren haben. Da geht es bei der MA oft ein wenig nach dem Motto: folgen sie mir nicht, ich hab´ mich auch verirrt!
     
  • Entscheidend kommt hinzu, dass wenn eine einzelmerkmalsbezogene Aussage von MA überhaupt inhaltlich stimmig ist, diese in jedem einzelnen Fall aus nachweisbarer APL-Erfahrung über die Tiefenkenntnis der “normalen” Konstellationsbilder möglich ist. Daher ist aus Sicht von APL die Anwendung beziehungsweise sind die hypothetisch-ausgedachten Deutungen von Asteroiden & Co. selbstverständlich vollkommen verzichtbar und ein eindeutiger Irrweg. Auch scheint es so zu sein, dass jenen die diesen Weg gehen, ein tieferes - geschweige denn gänzliches - Eindringen in die Wesenheit der Konstellationsbilder der 10 astrologischen Hauptmerkmale Sonne bis Pluto, aus denen heraus die grundsätzlichste bis differenzierteste Betrachtung des Menschen möglich ist, nicht gelingen wollte/will und sie daher nach vermeintlichen Aussagemöglichkeiten auf anderem Wege suchen. Aus Sicht und Erfahrung von APL ist das im Sinne des Wortes eine Notlösung.
     
  • Die Merkmalsüberflutung führt letztlich natürlich auch zu einer extrem zeitaufwendigen Arbeitsweise in der Form, als manche Anwender der MA - bildlich gesprochen - ständig mit einem “Rechenschieber” umher laufen um zu wissen, was in welcher Minute wo im jeweiligen Geburtsbild vermeintlich irgend etwas “macht” (wobei für viele dieser Merkmale noch nicht einmal gesicherte Ephemeriden sondern nur Annahmen über ihre mutmaßliche Position bestehen).
     
  • Insofern wird von der MA methodisch begründet verkannt, das weniger mehr ist und dass die Reduzierung auf das Wesentliche (als ein in APL angewandter Lehrgrundsatz) nicht zu Vereinfachungen und Verallgemeinerungen in der Aussage führt - sondern ganz im Gegenteil! Die MA ist im Gegensatz zu APL nicht in der Lage, über wenige Merkmale (zum Beispiel ein als Kernthema fokussiertes Konstellationsbild) in die Wesenstiefe des Menschen sowohl in Eindeutigkeit als auch in Differenziertheit vorzudringen. Hier wird Aussagekraft mit Merkmalsvielfalt und Qualität mit Quantität verwechselt! Das Motto eines der APL-Workshops (Zen in der Kunst der Astrologie) lautet: “Im Angesicht des Vielen zieht sich das Wahre still zurück”. Dies fasst in einem schlichten Satz den Kern der Kritik an der MA aus Sicht von APL zusammen.
     
  • In punkto Deutungsstrategie gilt das gleiche wie unter Klassik, Psychologische Astrologie und Münchner Rhythmenlehre beschrieben. Gegenüber APL ist die MA kaum im Bereich der astrologischen Medizin etabliert.
     
  • Würdigung: Die merkmalsorientierte Astrologie unternimmt den Versuch, mittels einer Vielzahl von zusätzlichen Deutungsmerkmalen zu weiter reichenden Aussagegrenzen als andere astrologische Vorhaben zu gelangen. Dies ist an sich ein nachvollziehbarer Ansatz und astrologisch stimmiger Wunsch, nur bleibt das erreichbare Resultat aus den benannten Gründen weit hinter dem Anspruch zurück beziehungsweise ist es gerade dieser Anspruch, der die gewünschten Resultate letztlich verhindert. So lange sich die MA nicht als einen nur ersten Arbeits- und Forschungsansatz bezüglich neuer Himmelskörper und deren vermeintliche astrologische Deutungsrelevanz begreift, sondern sich als eigenständige und ernst genommen werden wollenden astrologische Richtung mit weitreichend nutzbarem Aussagepote.

16) APL im Vergleich zur Transpersonalen Astrologie (MA):

  • Dieser Begriff wurde von Michael Roscher eingeführt. Gemeinsamkeiten zu APL ergeben sich in der Grundannahme, dass der Mensch prinzipiell eine metaphysische Wesensdimension in sich trägt und dass astrologische Aussagen an sich und auch bezogen auf diese “4. Dimension” in jedem Falle überprüfbar sein müssen.
     
  • Ähnlich sind auch gedankliche Ansätze zur Kybernetik (astrologisch: die innere Selbst-Steuerung und Selbst-Regelung eines Geburtsbildes), die jedoch innerhalb APL zu anderen Schlussfolgerungen und einer anderen - vor allem deutungstechnischen - Anwendung kommen, zum Beispiel über das Verständnis der sogenannte “rahmengebenden Bedingungskonstellationen” von Geburtsbildern, die innerhalb APL schlicht als Lösungswege identifiziert sind. Wie die meisten astrologischen Schulen kennt auch die TA solch spezielle Konstellationsbilder leider nicht. Ebenso ist die Sicht der sogenannte “Regelkreise” (einem der Kybernetik entliehenen Begriff) innerhalb der TA im Vergleich zu APL sehr starr beziehungsweise geht von generalisierten Vorab-Annahmen aus, die einfach - wie ein theoretisch erdachtes Konstrukt - auf ein Geburtsbild übertragen werden. Die “Regelkreis-Theorie” der TA, mit der auch vermeintlich zu durchlaufende Entwicklungsstufen des Menschen erklärt - oder besser: vorgegeben - werden sollen, ist aus Sicht und Erfahrung von APL lebensfremd in dem Sinne, als es Millionen von Menschen gibt, die dieser Theorie aufgrund ihres tatsächlichen Naturells von vorn herein nicht entsprechen. Wenn “die TA auf einen solchen Menschen trifft“, dann sieht sie ihn nicht in seinem So-Sein. Dann entsteht das Dilemma zwischen gewünschter Theorie und anders gearteter Lebenswirklichkeit. In diesem Sinne kann der Unterschied zwischen TA und APL grösser kaum sein, denn APL ist generell frei von Vorab-Annahmen die dem Menschen - scharf formuliert - letztlich einen Weg vorschreiben, den er zu gehen hat. Dies kann und darf nicht sein!

 

 

  • Unterschiede zur TA liegen bei APL weiterhin auch in der grundsätzlich weniger einseitigen Sicht auf den Menschen. Innerhalb APL sehen wir den Menschen gleichwertiger auf realer, seelischer, geistiger und transzendenter Ebene. Die TA pflegt eine überwertig metaphysische Sicht, in der viele “diesseitigere” Fragen im Vergleich zu APL unbeantwortet bleiben müssen, zum Beispiel in dem Postulat, dass es nicht die Persönlichkeit eines Menschen sei, die es weiter zu entwickeln gelte, sondern seinen “kosmischen spirituellen Auftrag”. Die TA setzt die Entwicklung der spirituellen Seite des Menschen gleich mit der Entwicklung seiner Persönlichkeit beziehungsweise widersetzt sich der an sicht, dass Entwicklung der Persönlichkeit keinesfalls bei jedem Menschen auch automatisch und zwangsläufig Entwicklung von Spiritualität bedeuten muss. Damit ist die TA gegenüber APL erheblich rigider im Verständnis der menschlichen Psyche. Innerhalb APL sehen wir den Menschen selbst - und damit sein im Geburtsbild abgebildetes Naturell - als die Grundlage seiner Entwicklungsmöglichkeiten an und nicht eine pauschalisierte Forderung nach metaphysischem So-Sein. In diesem Sinne gibt es Menschen, die diesem generalisierten Postulat der TA schlicht gar nicht entsprechen beziehungsweise nach kommen können, weil ihr Naturell dies gar nicht ermöglicht beziehungsweise sie auf anderen Domänen mehr zu Hause sind.
     
  • Hinzu kommt in diesem Zusammenhang, dass die TA unter “Persönlichkeit” auch etwas sehr anderes versteht als APL. Laut TA wird der “Persönlichkeit” unterstellt, sie sei an sich nicht entwicklungsfähig beziehungsweise grundsätzlich vorrangig damit beschäftigt, ihre Verhaltensweisen unverändert - im Sinne einer Entwicklungsverweigerung (so interpretiert das die TA) - stur zu belassen wie sie sind. Dies führe dazu, dass eben eine spirituelle Entwicklung unmöglich werde. Gleichzeitig wird unterstellt, dass Menschen, die derart “erstarrt” wären, dies möglicherweise sogar als Entwicklung ihrer Persönlichkeit fehl interpretieren - sich selbst also vollkommen falsch einschätzen. Auch hier muss dieser aus Sicht von APL völlig unzulässigen Generalisierung vehement widersprochen werden! Es gibt Menschen, die sich sehr wohl tiefgehend und weiträumig im Sinne ihres wahren Naturells weiter entwickeln, ohne dabei in spirituell-transzendente Dimensionen vorstoßen zu müssen und die keineswegs entwicklungsresistent sind, nur weil sie im Sinne ihres Naturells an bestimmten Verhaltensformen, Ansichten oder Denkweisen festhalten. Die TA verkennt hier unverständlicher- wie fatalerweise eindeutig, dass menschliche Weiterentwicklung nicht vor-genormt ist oder werden kann durch ein Postulat und dass das, was unter “Persönlichkeit” zu verstehen ist ebenfalls nicht durch ein Postulat sondern durch den Menschen jeweils selbst definiert ist. Die Form, in der die TA Entwicklungsorientiertheit postuliert, verhindert leider das Erkennen von Entwicklungen bei Menschen, die ihrem Postulat nicht entsprechen. Die TA gleicht in diesem Sinne einem Einäugigen, der König unter den Blinden ist.
     
  • Parallel zu dieser überwertig metaphysisch- und vermeintlich entwicklungsorientierten beziehungsweise entwicklungsförderlichen Sicht wird innerhalb der TA aber auch oft (paradoxerweise) sehr verstandes- beziehungsweise kopflastig vorgegangen, was bei vielen Beobachtern den Verdacht nahe legt, die TA basiere eher auf subjektiven Vorstellungen entsprechender Astrologen/innen denn auf den Wirklichkeiten des Lebens selbst (was allerdings so auch für sehr viele andere astrologische Ansätze - zum Beispiel die sogenannte Systemische Astrologie (siehe dort), die eine Art Ableger der TA ist - gilt).
     
  • Ebenso ist sich die TA des karmischen Gedankens nicht sicher, was innerhalb APL nicht der Fall ist. Dies begründet die TA mit ihrem Anspruch, dass Aussagen nachweisbar sein müssen - was wiederum identisch mit APL ist, aber hier nicht als Widerspruch zur Existenz des Karma gesehen wird. In diesem Zusammenhang sei auch darauf verwiesen, dass die TA die Gültigkeit des kausalen Ursache-Wirkungsprinzips (im Sinne einer naturwissenschaftlichen Definition) für die astrologische Arbeit leugnet. In diesem Punkt ist sie identisch mit der APL. Andererseits kennt sie aber im Unterschied zu APL nicht die astrologischen Analogien auf der eigentlich gültigen akausalen Ursache-Wirkungsebene, welche eine vollkommen andere Sicht auf den Menschen und seine Eingebundenheit in die kosmischen (damit auch transpersonalen) Ebenen ermöglicht. Das UWK-Deutungssystem von APL trägt dieser Lebensgesetzmäßigkeit im Unterschied zur TA astrologisch-methodisch anwendbar Rechnung und ermöglicht damit unter anderem auch die Nachweisbarkeit karmischer Aussagen.
     
  • Neben dem Begriff “Persönlichkeit” hat auch der Begriff “Wirklichkeit” innerhalb der TA eine große Bedeutung. Er wird in Verbindung gebracht mit sogenannte “Regelkreisen” (siehe oben), derer es verschiedene geben soll (zum Beispiel den persönlichen, den sozialen und so weiter ...). Jeder Regelkreis soll zudem eine eigenständige “Wirklichkeit” spiegeln und so weiter ... In deutlicher Unterscheidung zur APL sei hier darauf verwiesen, dass auch die TA mit derart gewichtigen Begriffen wie “Wirklichkeit” in einer aus Sicht von APL eher unreflektierten beziehungsweise astrologisch undifferenzierten Weise arbeitet in dem Sinne, als er nicht deutlich unterschieden wird zum Begriff der “Realität”, der in vielen von der TA angesprochenen Zusammenhängen (zum Beispiel den Quadranten) eher dem entspricht was sie eigentlich meint. Realität und Wirklichkeit sind zwei gänzlich unterschiedliche und zu unterscheidende Seinsebenen, deren Trennung auch astrologisch wichtig und möglich ist. Ähnlich wie auch in der sogenannte Systemischen Astrologie werden Aussagen innerhalb der TA auf der Grundlage eines vornehmlich konstruktivistischen Welt- und Menschenbildes gemacht (vergl. dazu auch die Ausführungen zu sogenannte Systemischer Astrologie) was dazu führt, dass eine objektiv/absolut existente Seinsebene im Sinne von “Wirklichkeit” als eine astrologisch relevante Sicht eines Geburtsbildes geleugnet wird und nur “subjektive Wirklichkeiten” als existent angenommen werden. Das was innerhalb der TA derart bezeichnet wird, nennen wir innerhalb APL schlicht “Realität”. Da aus Sicht von APL die Realität prinzipiell aber Form gewordene Wirklichkeit ist (Ursachen erzeugen akausal Wirkungen), führt ein Leugnen von objektiv/absolut existenter Wirklichkeit zu einem vergleichsweise nur sehr oberflächlichen Verstehen des Menschen. Dies hat vor allem im Beratungskontext ungute Folgen, denn die daraus für die TA resultierende typisch einseitig nur sogenannte “lösungsorientierte” Sicht lässt die ungeheure Entwicklungskraft der Wirklichkeits- beziehungsweise Ursachenebene dadurch völlig außer Acht. Sie bleibt schlicht unerkannt. (Zum begrifflichen Verständnis von “Wirklichkeit” innerhalb APL siehe einen entsprechenden Aufsatz bitte hier ...)
     
  • Wie in vielen anderen astrologischen Schulrichtungen wird auch innerhalb der TA ein besonderer Wert auf die Deutung mit Hilfe des sogenannte Häuserherrschersystems gelegt. Es sei an dieser Stelle deutlich dem immer wieder auftauchenden Irrtum widersprochen, das UWK-System innerhalb der Deutungslehre von APL sei damit vergleichbar oder gar das Gleiche. Alle Astrologen arbeiten zwar letztlich immer mit den gleichen drei Grundbausteinen des Geburtsbildes: Zeichen, Felder und Planeten. Absolut entscheidend ist aber, als was diese Bausteine erkannt werden. In diesem Sinne geht das UWK-System der APL erheblich weiter und tiefer erforscht in das Beziehungsgeflecht der Bausubstanz eines Geburtsbildes hinein, als es das herkömmliche Häuserherrschersystem tun kann. Dies ist innerhalb der APL für jeden in kurzer Zeit klar, wenn er sich angemessen tief in das Studium der APL (siehe dort) einlässt. Ein nur Überfliegen dessen, was UWK im Sinne von APL ist, offenbart nichts beziehungsweise führt zu den entsprechenden Irrtümern.
     
  • In punkto Deutungsstrategie gilt das gleiche wie unter Klassik, Psychologische Astrologie und Münchner Rhythmenlehre beschrieben. Gegenüber APL ist die TA kaum im Bereich der astrologischen Medizin etabliert.
     
  • Würdigung: Die Transpersonale Astrologie fügt der Astrologie an sich einen wichtigen Grundgedanken hinzu, unter anderem in ihrer Stellungnahme zur Kybernetik. Insofern ist sie ein wichtiger - wenngleich leider auch oft sehr einseitiger - Zweig moderner astrologischer Betrachtungsweisen. Die Einseitigkeit der Interpretation von menschlicher Entwicklungsfähigkeit, Entwicklungsmöglichkeit und Entwicklungsart entspricht zwar konsequent der selbst gewählten Namensgebung und ist insofern Programm, als das transpersonale, überpersönliche in den Vordergrund geholt wird. Zugleich offenbart die TA aber jene methodische Sturheit, welche sie zwar einerseits als für ein Individuum entwicklungspsychologisch kontraproduktiv brandmarkt, während sie ihr andererseits jedoch selbst im Sinne einer - sicher unbeabsichtigten - Selbstbeschränkung erliegt. Fazit: Es scheint, als sitze die TA ungewollt selbst im Glashaus. An sich stellt sie einen guten Ansatz dar, offenbart aber erhebliche methodische und inhaltliche Umsetzungsdefizite und Inkonsequenzen und wird insofern aus Sicht von APL nur den “für diese Methode geeigneten Menschen” in ihrer Weise gerecht. Etwas verquerer im Sinne der TA formuliert, ist Letzteres allerdings nicht der TA “geschuldet”, sondern denjenigen Menschen, die ihrem Bild von Entwicklungsorientiertheit nicht entsprechen.